Sa., 12.10.2019

Modeunternehmer darf vier weitere Häuser an der Bundesstraße 513 bauen Bessmanns Fachwerk-Dorf wächst

Ein hübsches Häuser-Ensemble hat die Familie Bessmann bereits an der B513 aufgebaut, auch einige alte Fachwerkhäuser laden zum entspannten Shoppingerlebnis ein. Nun kommen vier weitere Fachwerkhäuser hinzu.

Ein hübsches Häuser-Ensemble hat die Familie Bessmann bereits an der B513 aufgebaut, auch einige alte Fachwerkhäuser laden zum entspannten Shoppingerlebnis ein. Nun kommen vier weitere Fachwerkhäuser hinzu. Foto: Stefanie Winkelkötter

Von Stefanie Winkelkötter

Marienfeld (WB). Das Bessmann-Gelände in Marienfeld wird weiter wachsen. Modeunternehmer Volker Bessmann will direkt an der Bundesstraße 513 vier weitere Fachwerkhäuser errichten. Vom zuständigen Planungs- und Bauausschuss hat er dafür jetzt grünes Licht bekommen.

Ein weiteres Fachwerkhaus war bereits genehmigt, für die zusätzlichen drei benötigte der Unternehmer eine Befreiung vom geltenden Bebauungsplan. Diese bekommt Bessmann nun. Laut Ausschussvorlage sollen die Gebäude im Erdgeschoss gewerblich genutzt werden, in den Obergeschossen sei Wohnraum geplant, jeweils ein bis zwei Wohnungen pro Gebäude.

Die Erschließung der gewerblichen Flächen erfolgt über das Bessmann-Betriebsgrundstück, abfließen soll der Kundenverkehr übers Südfeld. Die Wohnungen sollen komplett über das Südfeld erschlossen werden.

Die Erdarbeiten sind bereits erledigt. Mit dem Baubeginn musste Volker Bessmann aber warten, bis die Genehmigung vorliegt. Foto: Winkelkötter

Die Bauform deckt sich nicht komplett mit den einst im Bebauungsplan festgelegten Vorgaben, daher benötigt der Unternehmer die Ausnahme, sich nicht an den geltenden Plan halten zu müssen. Nach Angaben von Stadtplaner Reinhard Pawel will Bessmann an dieser Stelle historische Fachwerkgebäude wieder aufbauen, die er bereits anderweitig erworben und zwischenzeitlich eingelagert hat. Hingewiesen sei hier zum Beispiel auf den alten Hof Kulbrock aus Bielefeld-Brackwede, das 235 Jahre am selben Ort gestanden hatte und dann dem Abrissbagger zum Opfer fallen sollte. Bessmann sicherte sich Brackwedes älteste Hofstelle, baute sie ab und lagerte sie ein. Seit eineinhalb Jahren wartet das Gebäude auf seinen Wiederaufbau – Teile davon zumindest, andere Teile waren in einem so schlechten Zustand, dass sie nicht wieder aufgebaut werden können.

Festlegungen

Stadtplaner Reinhard Pawel erklärte, dass aber trotz der Befreiung vom Bebauungsplan sehr restriktiv festgelegt sei, dass sich nur Handwerksbetriebe dort ansiedeln dürfen, die über maximal 100 Quadratmeter Verkaufsfläche verfügen. Unter anderem sei angedacht, dass das bereits auf dem Bessmann-Gelände ansässige Fahrradgeschäft Werners Fahrrad-Fachwerk einziehen werde.

Klaus Hanfgarn (Grüne) sprach sich trotzdem gegen weiteres Gewerbe im Außenbereich aus. Bei den anderen Fraktionen fand das Vorhaben Bessmanns aber viel positive Resonanz. »Wir stimmen zu, immerhin haben auch schon alle Anwohner schriftlich zugestimmt«, erklärte Dieter Berheide für die CDU. »Die Gebäude werden eine Schallschutzwirkung für die dahinter liegende Wohnbebauung haben.« Berheide nannte das Vorhaben eine Win-Win-Situation: »Kleine Gewerbetreibende können sich dort in einem schönen Ensemble ansiedeln. Eine geschlossene Bebauung mit Fachwerkhäusern ist nicht schlecht zu beurteilen.« Sorgen bereitete Johannes Sieweke (UWG) lediglich die Verkehrssituation, weil die Einmündung Südfeld/Groppeler Straße ohnehin ein Verkehrsknotenpunkt sei. Reinhard Pawel konnte diese Befürchtung aber entkräften, immerhin fließt der Kundenverkehr auf dieser Straße nur in eine Richtung.

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