Briten übergeben Mansergh-Barracks – Gütersloh nach 84 Jahren entmilitarisiert – mit Video
Letzte Kaserne ist Geschichte

Gütersloh (WB). Nach 84 Jahren ist Gütersloh jetzt kein Militär-Standort mehr: Die Briten, die zuletzt noch zwei Artillerie-Kompanien in den Mansergh-Barracks stationiert hatten, haben die Kaserne an der Verler Straße am Donnerstag »besenrein« übergeben.

Freitag, 18.10.2019, 03:30 Uhr
Stephen O’Neill (64), bei den Briten zuständig für Liegenschaften, übergibt den symbolischen Schlüssel der Mansergh-Barracks an Edith Kantimm-Heyer (62) und Roland Herde (59, von links) von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) Foto: Carsten Borgmeier
Stephen O’Neill (64), bei den Briten zuständig für Liegenschaften, übergibt den symbolischen Schlüssel der Mansergh-Barracks an Edith Kantimm-Heyer (62) und Roland Herde (59, von links) von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) Foto: Carsten Borgmeier

Roland Herde (59) und Edith Kantimm-Heyer (62) von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) nahmen am frühen Morgen vor dem Haupttor von Stephen O’Neill einen symbolischen Schlüssel als letzen offiziellen Akt in Empfang. Der 64-jährige Zivilist ist bei den britischen Streitkräften seit 1992 dafür zuständig, in Deutschland nicht mehr benötigte Liegenschaften zurückzugeben.

Gütersloher Mansergh-Kaserne ist Geschichte

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Letzte Umzugskartons wurden noch in einen Lastwagen verladen, Schilder abgeschraubt, auf der Wache ließ sich der neue Sicherheitsdienst vom bisherigen Zivilpersonal der Briten darüber in Kenntnis setzen, wie das riesige Areal vor unbefugtem Zutritt zu schützen ist. Nach 74 Jahren befindet sich somit die letzte von ehemals zwei Kasernen im Stadtgebiet wieder in der Schlüsselgewalt der Bundesrepublik Deutschland.

»Seit Oktober 2018 arbeiten wir hier Hand in Hand an der Rückgabe dieser Kaserne«, berichtete am Donnerstag Edith Kantimm-Heyer über die stets »sehr einvernehmliche Zusammenarbeit« mit Stephen O’Neill und seinem Team.

Bei der letzten, gemeinsamen Begehung der 1935 für die Wehrmacht errichteten Nachrichten-Kaserne ging es am Donnerstag nicht nur darum, mit welchen Schlüsseln welche Gebäude zu betreten seien, es ging auch darum, die Energie-Versorgung der 380.000 Quadratmeter großen Anlage so weit wie nötig zu reduzieren, wie Roland Herde erklärte.

Übergabe ein Jahr vorbereitet

Immerhin seien mehr als 50 Unterkunftsgebäude, Sporthallen und weitere Objekte noch an das Gas-, Wasser- und Stromnetz angeschlossen. Alles komplett abzuschalten sei keine Option, da die Immobilien ja durch Frost und Kälte keinen Schaden nehmen sollen, erläuterte der 59-Jährige.

Die Stadt Gütersloh beabsichtigt nun, das Gelände zu kaufen. Dazu hat sie ein sogenanntes integriertes, städtebauliches Entwicklungskonzept »Mansergh Quartier« (ISEK) erstellt, das im Dezember 2018 durch den Rat beschlossen worden war.

Im ISEK werden verschiedene Wege aufgezeigt, die zur Umsetzung des Leitbildes »Das neue Mansergh Quartier: Innovatives urbanes Wohnen und Arbeiten mit attraktiven Nachbarschaften« erforderlich seien.

Stadt will Areal kaufen

Als nächster Planungsschritt wird vom 24. bis 29. November ein städtebaulicher Wettbewerb veranstaltet. Durch diesen sollen die Ziele aus dem ISEK zum ersten Mal in konkrete städtebauliche Entwürfe einfließen und die künftige, bauliche wie nutzungstechnische Gestalt aufgezeigt werden.

Vorgesehen sind Wohnungen, kleinteilige Flächen für nicht störendes Gewerbe, ein Bildungscampus, eine soziale Infrastruktur und Nahversorgung sowie vernetzte Grün- und Freiflächen. Die benachbarte Dalke könne zu einem Landschafts- und Erholungsraum entwickelt werden.

Die Kaserne war übrigens nach dem britischen Artillerie-General Sir Robert Mansergh (1900 bis 1970) benannt worden.

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