So., 10.11.2019

Ortsumgehung Friedrichsdorf: Fraktion bringt neue Ampeln ins Spiel CDU will Alternative prüfen

Durch die Klimaschutz-Diskussion stehen Straßenbau-Projekte zunehmend in der Kritik. Die Gütersloher CDU-Fraktion bringt daher jetzt eine »lernende« Ampelanlage ins Spiel, die flexibel auf Verkehrslagen im Ortskern (Foto) reagieren könne. In Paderborn gebe es ein solches System bereits.

Durch die Klimaschutz-Diskussion stehen Straßenbau-Projekte zunehmend in der Kritik. Die Gütersloher CDU-Fraktion bringt daher jetzt eine »lernende« Ampelanlage ins Spiel, die flexibel auf Verkehrslagen im Ortskern (Foto) reagieren könne. In Paderborn gebe es ein solches System bereits. Foto: Carsten Borgmeier

Von Carsten Borgmeier

Gütersloh (WB). Die Ratsfraktion der CDU will prüfen lassen, ob durch eine sogenannte intelligente Ampelanlage zukünftig Staus im Friedrichsdorfer Ortskern vermieden werden können. In letzter Konsequenz könnte dadurch der umstrittene Bau der Ortsumgehung überflüssig werden.

Ein entsprechender Antrag ist für die nächste Planungsausschuss-Sitzung im Rathaus eingegangen. Demnach soll die Stadtverwaltung prüfen, »ob unabhängig von der zukünftigen Verkehrssituation in Friedrichsdorf durch den Einsatz einer intelligenten, digitalen Ampelsteuerung ermöglicht werden kann, dass Staus, Stop & Go sowie unnötige Wartezeiten reduziert werden können«, formuliert Ratsherr Andreas Heine (49) in dem Antrag.

Wird die Ortsumgehung sogar überflüssig?

Dieser Vorstoß der Gütersloher CDU ist auch eine Reaktion auf den globale Klimaschutz-Diskussion, wie Ratsherr Heine am Freitag auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage bestätigte. »Ich persönlich tue mich schwer mit dem Bau der Ortsumgehung«, bekannte er. Von der selbstlernenden, intelligenten Ampelanlage, die flexibel auf wechselnde Verkehrslagen reagiere, habe Heine aus Paderborn erfahren.

Auch Fraktionskollege und Landtagspolitiker Raphael Tigges sagte zu dem Antrag: »Im besten Fall kann eine solche Ampelanlage dazu führen, dass die Ortsumgehung nicht mehr gebaut werden muss. Ein Bauchgefühl hilft uns da aber nicht weiter«, so der Avenwedder, »wir brauchen eine Entlastung des Ortskerns. Auch müssen wir abwarten, wie sich der Lückenschluss der Autobahn 33 für Friedrichsdorf auswirkt.«

Initiative erinnert Stadtrat an Klimaschutz-Ziele

Den Planungsausschuss hat ein weiterer Antrag erreicht: Die Initiative »Bürger gegen Ortsumgehung« (BgO) fordert, dass sich der Rat der Stadt Gütersloh im NRW-Verkehrsministerium dafür einsetzen möge, das Friedrichsdorfer Straßenprojekt von der Priorität der Stufe eins (vordringlicher Bedarf) auf Stufe zwei (nachrangiger Bedarf) herabzustufen. Als Grund führt die Initiative um Helmut Hohmeyer und Matthias Bode an, dass der Rat der Stadt am 11. Juli beschlossen habe, umfassende Maßnahmen zum Klimaschutz in die Wege zu leiten.

Der Bau der Umgehungsstraße steht nach Ansicht der BgO aber im Widerspruch zu diesen Bestrebungen, Umwelt und Natur zukünftig stärker zu schützen, da 45.500 Quadratmeter Fläche versiegelt, neben Waldstücken und Wiesen auch Äcker und Felder der ansässigen Landwirte durch die Trassenführung zerschnitten würden. Auch angrenzende Naturschutzflächen wie das Storchenbrutgebiet Große Heide würden beeinträchtigt, meint die Initiative, die überdies das angeblich so hohe Verkehrsaufkommen im Friedrichsdorfer Ortskern in Frage stellt.

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