So., 10.11.2019

Überfall auf Prostituierte: Internationaler Haftbefehl ausgestellt Keine Spur vom Messerstecher

Nach der Messerattacke ist der Täter durch diesen Hintereingang geflüchtet. Eine Zeugin hat ihn noch gesehen. Sie hat der Polizei eine Personenbeschreibung geben können.

Nach der Messerattacke ist der Täter durch diesen Hintereingang geflüchtet. Eine Zeugin hat ihn noch gesehen. Sie hat der Polizei eine Personenbeschreibung geben können. Foto: Wolfgang Wotke

Von Wolfgang Wotke

Gütersloh (WB). Im Fall der niedergestochenen Prostituierten Ende Juli in Gütersloh gibt es bislang keine weiterführenden Erkenntnisse, teilt die Polizei auf Anfrage mit. Der Täter sei zwar identifiziert, sei jedoch untergetaucht und auf der Flucht. »Die Fahndung nach ihm läuft weiter«, sagt die Bielefelder Polizeisprecherin Hella Christoph.

Die 21-jährige Prostituierte wurde am 30. Juli nachts von einem Freier in einer Terminwohnung an der Friedrich-Ebert-Straße mit einem Messer attackiert und schwer verletzt.

Der Unbekannte suchte sein Opfer gegen 2.10 Uhr im ersten Stock des Hauses Nummer 131 (ehemals Diskothek »Music Temple«) auf. Nach einem Streit soll der Mann unvermittelt ein Messer gezückt haben, er ging auf die Frau zu und bedrohte sie. Diese versuchte den Mann wegzudrücken und schrie laut um Hilfe. Dann soll er zugestochen haben und durch einen Hintereingang geflüchtet sein. Eine Zeugin hatte den herausstürmenden, mutmaßlichen, dunkelhäutigen Täter noch gesehen und konnte der Polizei eine gute Personenbeschreibung geben.

Dem 21-jährigen Opfer geht es wieder besser

Nach intensiven Recherchen haben die Ermittler wenige Stunden nach dem Überfall diesen Mann identifizieren können: Demnach handelt es sich um einen 20-Jährigen aus Verl mit afrikanischen Wurzeln. An seinem Wohnort sei er nicht mehr angetroffen worden, erklärte Hella Christoph. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hatte daraufhin einen internationalen Haftbefehl ausgestellt. »Seitdem fehlt jede Spur von ihm. Wir haben keine Hinweise darüber, wo er sich zurzeit aufhält.« Ob er noch in Deutschland sei, oder sich mittlerweile wieder in sein Heimatland abgesetzt habe, wisse man nicht.

Das 21-jährige Opfer, das unter dem Namen »Selin« auf einer OWL-Internetplattform seine sexuellen Dienste unter Angabe der Mobilfunknummer und der Adresse des heruntergekommenen Gebäudes an der Friedrich-Ebert-Straße angeboten hatte, war damals schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden. Sie soll aus der Türkei stammen. Nach Informationen des WESTFALEN-BLATTes soll es ihr heute wieder besser gehen.

Zu den Terminwohnungen dort gelangt man nur über zwei Hintereingänge, die kaum gesichert sind. An den Türen zu den »Eta­blissements« kleben Fotos der Frauen in allen Posen.

 

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