Sa., 09.11.2019

Gütersloh: Seit 2012 hat dort kein Wirt mehr die Küche offiziell betrieben Deele ist wieder im Angebot

Die Brüder Liolios haben vier Jahre lang vergeblich versucht, die Gütersloher Traditionsgaststätte Deele wieder in Betrieb zu nehmen. Jetzt steht das denkmalgeschützte Ensemble an Kirchstraße und Kirchplatz erneut zum Verkauf.

Die Brüder Liolios haben vier Jahre lang vergeblich versucht, die Gütersloher Traditionsgaststätte Deele wieder in Betrieb zu nehmen. Jetzt steht das denkmalgeschützte Ensemble an Kirchstraße und Kirchplatz erneut zum Verkauf. Foto: Wolfgang Wotke

Von Stephan Rechlin

Gütersloh (WB). Die Deele steht wieder zum Verkauf. Vier Jahre nach der Übernahme des 321 Jahre alten Gebäudes von der Warsteiner Brauerei haben die Brüder Liolios offenbar die Lust an einem gastronomischen Betrieb verloren.

Dabei war ihre Investition in die zuvor drei Jahre leer stehende Traditionsgaststätte mit hohen Ambitionen verbunden gewesen. Es sollten bezahlbare Gerichte in einem gehobenen Ambiente serviert werden, kündigten die Brüder an, die gastronomische Erfahrung aus dem Restaurant Mykonos in Verl mitbrachten. Noch im Sommer diesen Jahres sollte die Möglichkeit geprüft werden, einen 80 bis 100 Plätze umfassenden Biergarten im Hof vor der Deele einzurichten.

Doch offiziell wurde die Küche der Deele in den vergangenen vier Jahren nicht ein einziges Mal in Betrieb genommen. Woran das genau lag, war nicht zu erfahren. Vielleicht war der Sanierungsaufwand des denkmalgeschützten Gebäudes unterschätzt worden, den der zwischenzeitlich als Berater eingesetzte Architekt Thomas Spooren auf bis zu zwei Jahre bezifferte. Parallel dazu eskalierte ein Streit mit dem Inhaber eines benachbarten Geschäftes für Sicherheitstechnik, der zu 17 Polizeieinsätzen in den Jahren 2017 und 2018 führte. Auch nach einem von den Brüdern Liolios in diesem Jahr gewonnen Rechtsstreit um ein Wegerecht auf dem Areal kehrte keine Ruhe zwischen den Nachbarn ein.

Gutachten aus dem Jahr 1995

Welchen Preis die Brüder für die Traditionsgaststätte verlangen geht aus der auf Immonet geschalteten Verkaufsanzeige nicht hervor – er kann schriftlich nachgefragt werden. Auf eine entsprechende Anfrage gab es am Freitag keine Reaktion. Dem Verkaufsangebot ist ein 24 Jahre altes Gutachten beigefügt, in dem der Verkehrswert der Immobilie auf 2,1 Millionen D-Mark geschätzt wird. Dieser Wert stammt aus dem Jahr 1995, als der damalige Inhaber Horst-Dieter Sieweke das Ensemble Kirchstraße 13 und Am Alten Kirchplatz 15 an die Brauerei Felsenkeller (Herforder) verkaufte, die später von Warsteiner übernommen wurde.

In den sechziger Jahren hatte der aus Werther stammende Koch Sieweke das Ensemble gekauft und renovieren lassen. 1970 eröffnete er in einem Fachwerknebengebäude im Hof das Restaurant Deele. Sie entwickelte sich zu einer beliebten Adresse und blieb es, als Sieweke 1979 die Gastronomie der Stadthalle übernahm. Nach dem Verkauf der Immobilie an die Brauerei hielten es Pächter meist nur wenige Jahre dort aus. In den Neunzigern versuchten Ralf Schubert, Dieter Kimmel und Matthias Michels, Ralph Indiestel, Frank-Peter und Michaela Grünheit und Salvador Marin dort ihr Glück. Der letzte aktive Deele-Wirt war Michael Penno. Er wechselte 2012 nach Bielefeld.

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