Do., 21.11.2019

Vergewaltigungs-Prozess: Freundin des 14-jährigen Opfers sagt aus »Die Eltern waren echt geschockt«

Vor der Jugendschutzkammer des Landgerichtes Bielefeld wird der mutmaßliche Vergewaltigungsfall verhandelt.

Vor der Jugendschutzkammer des Landgerichtes Bielefeld wird der mutmaßliche Vergewaltigungsfall verhandelt. Foto: dpa

Von Wolfgang Wotke

Bielefeld/Gütersloh/Harsewinkel (WB). Im Prozess um die mutmaßliche Massenvergewaltigung einer 14-Jährigen in Harsewinkel hat am Mittwoch eine Freundin vor der Jugendschutzkammer des Landgerichtes Bielefeld ausgesagt.

Sie vermutet, dass das Opfer bereits vor der Tat als auch danach Kontakte über Snapchat mit einem oder mehreren der Angeklagten gehabt habe. Mit anderen »Typen« soll es auch noch zu einvernehmlichen Sex gekommen sein. »Das hat sie mir mal erzählt«, sagte die Freundin vor dem Gericht.

Doch so sicher scheint sich die 16-jährige Zeugin nicht zu sein, denn zu Anfang ihrer Aussage konnte sie sich auf Nachfrage der Vorsitzenden Richterin Beate Schlingmann an keine Namen erinnern. »Die sind mir entfallen. Wir haben auch kaum darüber gesprochen«, erklärte sie.

Später nannte sie plötzlich einen Vornamen von einem der neun Beschuldigten, mit dem ihre Freundin auch noch nach dem Vorfall gechattet haben soll. »Ich habe sie gewarnt, doch davon wollte sie nichts wissen. Sie war schon immer schnell beeinflussbar.« Von einer Vergewaltigung habe sie erst Tage danach von der Mutter der 14-Jährigen gehört: »Die Eltern waren echt geschockt.«

Angeklagt sind neun junge Männer

Als Zeuge wurde auch ein 17-jähriger Schüler aus Gütersloh gehört. Dieser soll damals die Handynummer des Opfers an einen der Angeklagten weitergeben haben. »Wir waren nur Freunde. Einmal war da mehr. Wir haben uns geküsst«, erklärte der Jugendliche. Er wisse von ihr, dass sie auch noch mit anderen Jungen geschlafen habe. »Das hat sie mir gesagt«, sagte der Gütersloher Schüler. Er habe den Eindruck gehabt, dass diese »Abenteuer« stimmten. Mittlerweile existiere die Freundschaft zu ihr nicht mehr.

Angeklagt sind neun junge Männer aus Syrien und der Türkei (16 bis 21 Jahre). Ihnen wird unter anderem sexueller Missbrauch, Vergewaltigung und Verbreitung von Jugendpornografie vorgeworfen. Die abscheuliche Tat soll am 3. November 2017 in einem möblierten Keller in Harsewinkel passiert sein.

Unter dem Vorwand, eine Geburtstagsparty zu besuchen, sollen die Freunde ihr Opfer ins Haus gelockt haben. Das Mädchen soll alkoholisiert und dann missbraucht worden sein. Die Tat sollen sie gefilmt und später per Handy verschickt haben.

Der Prozess geht am kommenden Mittwoch, 27. November, 9 Uhr, am Bielefelder Landgericht weiter.

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