Di., 03.12.2019

Gütersloh: Land und Kreis finanzieren drei Stellen, Zelte und Schlafsäcke Soforthilfen gegen Obdachlosigkeit

Mit drei Stellen versuchen Land und Kreis, obdachlosen Menschen zu helfen.

Mit drei Stellen versuchen Land und Kreis, obdachlosen Menschen zu helfen. Foto: Bernhard Pierel

Von Stephan Rechlin

Gütersloh (WB). Der Kreis Gütersloh leidet stärker unter Wohnungslosigkeit als die Stadt Bielefeld. Unter den 20 am stärksten betroffenen Kreisen in Nordrhein-Westfalen landet Gütersloh auf einem alarmierenden neunten Platz.

Das Land geht von einem weiteren Anstieg der Wohnungslosenzahl aus. Sei die Zahl im vergangenen Jahr gegenüber 2017 bereits um 28,9 Prozent gestiegen, zeichne sich im letzten Quartal diesen Jahres erneut ein Zuwachs ab. In einem kurzfristig aufgelegten Förderprogramm stellt das Land dem Kreis Gütersloh drei Stellen zur Verfügung, die sich zunächst einmal bis Ende 2020 um nichts anderes als die Bekämpfung von Wohnungslosigkeit kümmern sollen. Sie werden in Absprache mit den Kommunen in der Stadt Gütersloh, in Rheda-Wiedenbrück und im Norden des Kreises für die Kommunen Borgholzhausen, Halle, Steinhagen, Versmold und Werther eingesetzt. Den Vorstellungen von Land und Kreis zufolge sollen diese „Kümmerer“ als Ansprechpartner von Vermietern und möglichen Bauherren frühzeitig und präventiv etwas gegen drohende Wohnungskündigungen unternehmen und bestehende Mietverhältnisse stabilisieren. Ein besonderes Augenmerk sollen sie auf Frauen und junge Wohnungslose richten, allen anderen beratend zur Seite stehen.

Vernetzung

Die Vorlage, über die der Kreis-Arbeits- und Sozialausschuss am Montag beriet, empfiehlt jede Menge Vernetzungen und Kooperationen von Behörden und Einrichtungen, die sowieso schon seit Jahren miteinander kooperieren, darunter das Jobcenter, Sozialarbeiter in sozialen Brennpunkten, die Träger der Wohnungslosenhilfe, die Fachstellen „anderer Leistungs- und Kostenträger“, womit vor allem Sozialämter gemeint sein dürften. Die „Kümmerer“ sollen bis in die Notunterkünfte vordringen.

Konkreter ist die ab sofort mögliche Anschaffung von Schlafsäcken und Zelten für 100.000 Euro, um Obdachlosen umgehend Hilfe leisten zu können. Mit Geld aus einem zweiten Förderprogramm soll dann eines der Kernprobleme obdachloser Menschen angegangen werden: die Suchterkrankung.

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