Di., 03.12.2019

94 Prozent der EVG-Gewerkschaftsmitglieder haben sich für einen unbefristeten Arbeitskampf ausgesprochen Gewerkschaft: Breite Mehrheit für Streik bei Eurobahn

Ein Triebwagen der Eurobahn: Wer mit ihr fahren will, muss sich wohl auf Streiks einstellen. Bei einer Urabstimmung der Eisenbahn-Gewerkschaft EVG haben sich 94 Prozent für einen unbefristeten Arbeitskampf ausgesprochen.

Ein Triebwagen der Eurobahn: Wer mit ihr fahren will, muss sich wohl auf Streiks einstellen. Bei einer Urabstimmung der Eisenbahn-Gewerkschaft EVG haben sich 94 Prozent für einen unbefristeten Arbeitskampf ausgesprochen. Foto: dpa

Hamm/Bielefeld (WB/dpa). Bei der Eurobahn droht erneut ein Arbeitskampf. Während einer Urabstimmung der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) unter den Beschäftigten des Eurobahn-Betreibers Keolis sprach sich eine große Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder für einen unbefristeten Arbeitskampf aus, wie die Gewerkschaft am Dienstag in Hamm mitteilte.

Betroffen vom Arbeitskampf wären laut EVG Bahnlinien in Westfalen, Lippe und Teilen von Niedersachsen. „Die Zustimmung für einen Erzwingungsstreik liegt bei 94 Prozent“, berichtete die für Streikmaßnahmen zuständige Bundesgeschäftsführerin, Cosima Ingenschay, nach Auszählung der Stimmen.

Bei grünem Signal vom EVG-Bundesvorstand kann der Streik starten

Dieses Ergebnis werde nun der Bundesvorstand der EVG zeitnah bewerten. „Stellt der die Signale auf Grün, kann der Streik umgehend beginnen“, sagte Ingenschay. Wenn es nun ausgerechnet in der sowieso schon hektischen Vorweihnachtszeit zu Verspätungen und Zugausfällen komme, liege die Verantwortung dafür bei der Eurobahn.

Eine Unternehmenssprecherin wies diese Darstellung allerdings entschieden zurück. Die Forderungen der Gewerkschaft etwa im Bereich der Freizeitregelungen seien überzogen und lägen weit über den Regelungen bei den Wettbewerbern.

Zweitgrößter Anbieter im NRW-Regionalverkehr

Die Eurobahn ist nach der Deutschen Bahn der zweitgrößte Anbieter im Regionalverkehr auf der Schiene in Nordrhein-Westfalen. Sie betreibt insgesamt 15 Regionalexpress- und Regionalbahnlinien. In Ostwestfalen-Lippe bedient die Eurobahn zahlreiche Linien im Schienennahverkehr. Dazu gehören unter anderem der RE82 „Der Leineweber“ (Bielefeld-Detmold-Altenbeken), die RB73 „Der Lipperländer“ (Bielefeld-Lemgo), die RB 72 „Ostwestfalen-Bahn“ (Herford-Paderborn“) oder die RB 71 „Ravensberger Bahn“ (Bielefeld-Rahden).

Im Streitfall: Keolis will Einschränkungen gering halten

Die Unternehmenssprecherin betonte, man werde versuchen im Streitfall die Einschränkungen für die Fahrgäste so gering wie möglich zu halten. Falls es zu Zugausfällen komme, werde man sich um einen Schienenersatzverkehr bemühen. Bedrohlich wäre für den Bahnbetrieb nach ihren Worten vor allem ein längerer Streik in den Werkstätten. Dies sei in den ersten Tagen für die Bahnkunden zwar kaum spürbar. Doch nach wenigen Wochen komme es unweigerlich zu Zugausfällen.

Mit der Gewerkschaft der Lokomotivführer hatte sich die Eurobahn schon im April auf einen Tarifvertrag geeinigt. Sie sieht eine allgemeine Vergütungserhöhung von 2,2 Prozent ab dem 1. Juli 2019 und von weiteren drei Prozent ab dem 1. Juli 2020 vor.

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