Mi., 04.12.2019

Sabine Röhrs (GTV): Stadtsportverband hat Antrag des FC Gütersloh nicht mal gesehen „Wir haben die Notbremse gezogen“

Die Unternehmerin und GTV-Vorsitzende Sabine Röhrs hat im September für die Förderung des neuen Begegnungszentrums im Heidewald-Stadion gestimmt, dann aber begründeten Zweifel an der Mehrheitsentscheidung des Stadtsportverbandes geäußert. Doch der schien niemanden mehr zu interessieren.

Die Unternehmerin und GTV-Vorsitzende Sabine Röhrs hat im September für die Förderung des neuen Begegnungszentrums im Heidewald-Stadion gestimmt, dann aber begründeten Zweifel an der Mehrheitsentscheidung des Stadtsportverbandes geäußert. Doch der schien niemanden mehr zu interessieren. Foto: Wolfgang Wotke

Gütersloh (WB). Sabine Röhrs ist an allem schuld. Die Unternehmerin (Mertens Kunstofftechnik GmbH) und Vorsitzende des Gütersloher Turnvereins (GTV) soll im Streit um Landeszuschüsse die Vorsitzende des Stadtsportverbandes in den Rücktritt getrieben, Sportamtsleiter Wilhelm Kottmann düpiert und die Mitglieder des Gütersloher Sportausschusses „wie Marionetten“ behandelt haben. Höchste Zeit, ihr dazu ein paar Fragen zu stellen, meint WB-Redakteur Stephan Rechlin

Mit Ihrem Vorstoß, den FC Gütersloh aus dem Zuschussantrag des Stadtsportverbandes herauszunehmen, sollen Sie den Gütersloher Sportamtsleiter Wilhelm Kottmann düpiert haben. Ist Ihnen das bewusst?

Sabine Röhrs: Um Himmels willen nein. Ich habe Herrn Kottmann nicht düpiert. Wieso sollte ich Herrn Kottmann düpieren wollen? Als Vertreter der Stadt sollte er an einem korrekten, regelkonformen Förderverfahren das höchste Interesse hegen. Das tue ich auch.

Moment. Die zurückgetretene Stadtsportverbandsvorsitzende Gabi Neumann wirft Ihnen vor, sich nicht an einen Mehrheitsbeschluss zu halten.

Röhrs: Das stimmt, damit hat sie recht. Mit dem Beschluss ist der Förderantrag gemeint, in dem der FC Gütersloh für den Neubau seines Begegnungszentrums 651.000 Euro aus dem Sportstätten-Programm des Landes erhalten soll und vier weitere Vereine weitaus geringere Beträge für kleinere Bau- und Anschaffungsprojekte. Dieser Beschluss ist dem Vorstand des Stadtsportverbandes von Herrn Kottmann im Anschluss an unsere Jahreshauptversammlung, also nach Beendigung des öffentlichen Versammlungsteils, Anfang September zur Abstimmung vorgelegt worden. Am liebsten hätte er sofort ein Votum mitgenommen, das bekam er jedoch erst sechs Tage später.

Na und? Warum sind Sie einen Tag vor der Sitzung des Sportausschusses wieder davon abgerückt?

Röhrs: Mal abgesehen vom seltsamen Zeitpunkt und der seltsamen Beratungseile hatte der Stadtsportverband den Antrag des FC Gütersloh nicht einmal zu Gesicht bekommen. Dabei sind wir es doch, die das Geld beantragen und damit vor 24.600 Mitgliedern aus 82 Vereinen Rechenschaft ablegen müssen, nicht die Stadt, nicht Herr Kottmann. Auf vertiefenden Informationsveranstaltungen in Bielefeld und beim Kreissportbund habe ich dann erfahren, mit welchem Aufwand andere Stadtsportverbände über diese Förderanträge beraten. Da werden Kriterienkataloge erarbeitet, in denen zum Beispiel nach der Mitgliederzahl, der Integrationsleistung, der Jugendarbeit und der Nachhaltigkeit von Sportvereinen gefragt wird. Das alles hat bei uns doch gar nicht stattgefunden.

Und das bemerken Sie erst einen Tag vor der Sportausschuss-Sitzung?

Röhrs: Nein, ich habe bereits seit Mitte Oktober auf meine Einwände hingewiesen und angekündigt, gegen den Beschluss vorzugehen. Zuletzt Mitte November im Hauptausschuss des Kreissportbundes, in dem uns dessen Vorsitzender Hans Feuß sogar ein Moderationsgespräch angeboten hat. Doch das wurde nicht angenommen und es wurde auch sonst in keiner Weise auf meine Einsprüche reagiert. Am vergangenen Sonntag, also dem Tag vor der Sportausschuss-Sitzung, hat der Vorstand die Notbremse gezogen. Nicht weil wir alle Volldeppen sind, wie der Sportdezernent in der Ausschuss-Sitzung spekulierte, sondern weil wir den alten Beschluss nicht verantworten konnten. Das sieht die Mehrheit jetzt so.

Kommentare

Typisch

Man kann sicherlich über die Zuschuss Verteilung geteilter Meinung sein. Auch ich empfinde die in vielen kleinen und großen Bereichen offensichtlichen Bevorteilungen des FC Gütersloh durch die Stadt oftmals befremdlich. Weiterhin stelle ich mir die Frage, ob ein Zuschuss und dann auch noch in der Höhe für ein Begegnungszentrum, welches in Wirklichkeit ein reines neues Vereinsheim für den FCG sein wird, gerechtfertigt ist. Da sehe ich den Verein hauptsächlich in der eigenen finanziellen Verantwortung. Die Kosten für Unterhaltung und Instandsetzung für den Heidewald ,der ausschließlich durch den FCG genutzt wird aber durch die Stadt hauptsächlich getragen wird, sollte man hier auch nicht vergessen.
Unabhängig davon, ist Frau Röhrs als Verantwortliche des GTV jedoch nicht zum ersten mal aufgefallen. Der Umgang des Vorstandes des GTV mit der Abteilung Fußball des Vereines zeigt schon seit Jahren , dass es hier nicht um den Sport und den positiven Eigenschaften rund um das Vereinsleben geht, sondern mehr die finanziellen Rahmenbedingungen im Vordergrund stehen. Das wurde von ihr letztlich bei der Thematik Strenge Cup wieder deutlich. Der GTV hat weitaus mehr Möglichkeiten als die meisten Vereine des Kreises, nutzt diese jedoch nicht ausreichend und erwartet von der Stadt mehr Unterstützung.
Hier fällt mir nur folgendes Sprichwort ein: " Es ist schlecht, wenn der eine Esel zum anderen Langohr sagt".
Dies alles tut dem Städtischen Sport nicht gut. Wie so häufig in der Vergangenheit.

Inkompetenz

Anscheinend hat Frau Röhrs ihre Arbeit im Vorstand des SSV nicht richtig gemacht oder falsch verstanden. 1. der SSV hat die Verteilung der Gelder bereits demokratisch beschlossen 2. wegen Befangenheit und Eigeninteressen kann man Beschlüsse nicht einfach nachträglich ändern 3. der SSV selbst hat seine Mitglieder angeschrieben und die Verteilung vorgenommen 4. wenn andere Vereine keine Eingaben machen und Fristen verstreichen lassen kann das nicht zum Nachteil derer sein, die sich an die Regeln gehalten haben 5. Frau Röhrs gibt selber zu sich nicht so intensiv wie andere SSV mit dem Thema beschäftigt zu haben

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