Silvester-Bilanz: Polizei verzeichnet 102 Einsätze – in Rheda-Wiedenbrück brennt es wieder auf dem Balkon
28 Bewohner aus Hochhaus evakuiert

Gütersloh (WB). Der Jahreswechsel hat der Polizei im Kreisgebiet einige Einsätze beschert: Zwischen Silvester, 18 Uhr bis Neujahr, 6 Uhr, mussten die Polizeibeamten insgesamt 102 Mal ausrücken. Die Zahlen lagen in etwa auf dem Vorjahresniveau (104).

Mittwoch, 01.01.2020, 13:48 Uhr aktualisiert: 01.01.2020, 15:44 Uhr
Den gravierensten Vorfall gibt es Silvester kurz nach 21 Uhr im Gütersloher Ortsteil Spexard. Dort werden insgesamt elf Personen durch eine Kohlenmonoxidvergiftung verletzt. Foto: Dunja delker
Den gravierensten Vorfall gibt es Silvester kurz nach 21 Uhr im Gütersloher Ortsteil Spexard. Dort werden insgesamt elf Personen durch eine Kohlenmonoxidvergiftung verletzt. Foto: Dunja delker

Den gravierensten Vorfall gab es demnach kurz nach 21 Uhr im Gütersloher Ortsteil Spexard. Dort wurden insgesamt elf Personen durch eine Kohlenmonoxidvergiftung verletzt.

Viel zu tun hatte die Feuerwehr in Rheda-Wiedenbrück: Insgesamt acht Einsätze mussten abgearbeitet werden – darunter drei Großeinsätze. Da zwei dieser Großeinsätze innerhalb von zwei Minuten auf der Leitstelle eingegangen waren und in diesem Moment bereits ein personalintensiver Großeinsatz lief, wurden Kräfte der Feuerwehren Herzebrock-Clarholz, Langenberg, Oelde und Gütersloh zur Unterstützung in die Doppelstadt beordert.

Im Einzelnen: Um 0.20 Uhr waren die Löschzüge Rheda und Wiedenbrück mit dem Stichwort Zimmerbrand in den Geranienweg gerufen worden. Dort hatte es in der Nacht des Jahreswechsels 2018/2019 ebenfalls gebrannt. Vor Ort stellten die Kräfte ein Feuer auf einem Balkon im vierten Obergeschoss fest.

Während insgesamt 28 Bewohner aus dem Hochhaus evakuierte wurden, gingen parallel die Brandbekämpfer von außen über die Drehleiter und von innen durch den Treppenraum vor. Das Feuer auf den Balkon konnte binnen weniger Minuten gelöscht werden. Die evakuierten Bewohner wurden durch den Rettungsdienst gesichtet und konnten nach Belüftungsmaßnahmen zurück in ihre Wohnungen. Sie blieben alle unverletzt. In der vom Brand betroffenen Wohnung hielt sich niemand auf.

Noch während die Löschzüge Rheda und Wiedenbrück am Geranienweg im Einsatz waren, erreichte die Leitstelle Notrufe aus Wiedenbrück. Anrufer meldeten um 0.44 Uhr den Brand des Nettomarktes am Ostring.

Vor Ort stellte sich die Lage so dar, dass es an der Fassade einer Gärtnerei neben dem Netto brannte. Das Feuer konnte durch den Löschzug Lintel mit einem C-Rohr gelöscht werden. Im Inneren des Gebäudes entstand kein Schaden. Es gab keine Verletzten.

Drei Personen nüchtern im Polizeigewahrsam aus

Fast zeitgleich zur Alarmierung am Netto-Markt erreichten die Leitstelle um 0.46 Uhr Notrufe aus der Eichendorffstraße in Rheda. Dort hatte eine Matratze im Erdgeschoss Feuer gefangen. Die Bewohner des Zwei-Familien-Hauses waren in der Wohnung im ersten Obergeschoss durch den Rauch eingeschlossen. Daraufhin alarmierte die Leitstelle die Löschzüge St. Vit und Herzebrock sowie die Drehleitern aus Gütersloh und Oelde mit dem Stichwort „Feuer – Menschenleben in Gefahr“ nach Rheda. Des Weiteren rückten Kräfte der Löschzüge Rheda und Wiedenbrück vom Brand am Geranienweg ab. Vor Ort konnte das Feuer durch einen Trupp unter Atemschutz gelöscht werden.

Die Bewohner und ihre drei Hunde konnten zeitnah durch die Feuerwehr gerettet werden. Eine Person kam mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus. Zusätzlich zu den drei Großeinsätzen gab es in der ersten Nacht des neuen Jahres fünf Kleinbrände: Der Löschzug Rheda musste am Bahnhofsplatz sowie an der Gütersloher Straße tätig werden. Der Löschzug St. Vit löschte brennenden Unrat auf der Vitusstraße, der Rentruper Straße sowie an der Straße Auf der Höhe. Alleine die Feuerwehr Rheda-Wiedenbrück war damit mit knapp 100 ehrenamtlichen Kräften im Einsatz.

Insgesamt wurden der Polizei im Kreis 13 Brände gemeldet. In den meisten Fällen brannten Mülleimer oder Container, aber auch Hecken und Sträucher waren betroffen.

Brände, Schlägereien, Unfälle

Darüber hinaus mussten die Ordnungshüter 22 Streitigkeiten oder Schlägereien schlichten, beziehungsweise es waren Randalierer unterwegs. Drei Personen mussten die Silversternacht im Polizeigewahrsam ausnüchtern. Bei einer Schlägerei in Verl-Kaunitz um kurz nach 4 Uhr wurden drei Personen verletzt – zwei so schwer, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Zu diesem Sachverhalt wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

Bei zwei Verkehrsunfällen war Alkohol im Spiel. Am Silvesterabend gegen 21.45 Uhr kam in Halle ein 21-jähriger Autofahrer nach links von der Kölkebecker Straße ab und überschlug sich mit seinem VW Golf. Der Fahrer war betrunken.

Kurz nach 23 Uhr stürzte in Gütersloh an der Straße Im Lohden der 50-jährige Fahrer eines Kleinkraftrades. Der Mann wurde leicht verletzt. Da auch er betrunken, musste er sich ebenfalls einer Blutprobe unterziehen.

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