Ralph Brinkhaus (CDU) und Britta Haßelmann (Grüne) beziehen Stellung
Organspende-Reform: Reaktionen aus OWL

Berlin/Bielefeld/Gütersloh (WB). Die neuen Organspende-Regeln: Die Pläne zur Einführung der Widerspruchsregelung sind am Donnerstag im Bundestag gescheitert. Stattdessen wurde der Alternativ-Vorschlag von Grünen-Chefin Annalena Baerbock angenommen. Reaktionen aus Ostwestfalen-Lippe:

Donnerstag, 16.01.2020, 14:17 Uhr aktualisiert: 16.01.2020, 14:40 Uhr
Ralph Brinkhaus, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Gütersloh und Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag, hat sich zur Organspende-Reform geäußert. Foto: Thomas F. Starke
Ralph Brinkhaus, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Gütersloh und Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag, hat sich zur Organspende-Reform geäußert. Foto: Thomas F. Starke

Die Mehrheit stimmte im Parlament gegen den Entwurf einer Gruppe um Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Karl Lauterbach (SPD), nach dem jeder Bürger Organspender sein sollte, wonach künftig jeder als Spender gelten sollte - außer man widerspricht.

Der Bundestag beschloss den Entwurf einer Abgeordnetengruppe um Grünen-Chefin Annalena Baerbock, der dafür etwa regelmäßige Hinweise auf das Thema beim Ausweisabholen vorsieht.

Brinkhaus: Aktivere Arbeit für größere Spendenbereitschaft

Ralph Brinkhaus, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Gütersloh und Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag: „Ich habe im Bundestag für die doppelte Widerspruchslösung gestimmt. Der Vorschlag wurde leider abgelehnt. In Deutschland warten ca. 10.000 Menschen auf ein Spenderorgan, und ich bin der Meinung, diesen Menschen muss so schnell wie möglich geholfen werden. Es muss auf jeden Fall aktiver daran gearbeitet werden, die Menschen zu informieren und die Spendenbereitschaft weiter zu erhöhen. Deshalb habe ich danach für die erweiterte Zustimmungsregelung gestimmt.“

Haßelmann: Niedrigschwellige Möglichkeit, aktiv ja zu sagen

Britta Haßelmann, Grünen-Bundestagsabgeordnete aus Bielefeld und Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion im Bundestag: “Um die Bereitschaft zu Organspenden zu erhöhen, brauchen Menschen eine niedrigschwellige Möglichkeit, aktiv ja zur Organspende zu sagen. Mit dem Vorschlag zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft wird diese Möglichkeit realisiert, indem Menschen immer wieder damit konfrontiert und zur Organspende befragt werden. Ich bin zuversichtlich, dass sich dadurch die Zahl der Spendenden erhöhen wird und gleichzeitig die Selbstbestimmung jeder und jedes Menschen beachtet bleibt. Gleichzeitig brauchen wir im Gesundheitswesen und in den Krankenhäusern dringend strukturelle Verbesserungen, die Aufklärung, Ansprechpartner und klare Strukturen in den Krankenhäusern vorsehen.”

Kommentare

warburger  schrieb: 17.01.2020 12:59
Mal wieder voll vor die Wand gefahren
Auch das haben unsere tollen Politiker mal wieder hervorragend gegen die Wand gefahren !
SO wird sich also weiterhin nichts wirklich verbessern.
Rasmus Rassy  schrieb: 16.01.2020 16:38
Organspende
Wir erleben es immer wieder, dass die NL in ganz vielen gesellschaftlichen Auffassungen in Europa richtungsweisend ist. Ob Sterbehilfe, Organspende, Homo Ehe, früher schon Abtreibungen, Umwelt Schutz usw. Den Bürgern wird die Entscheidung überlassen. Insbesondere Deutschland neigt in Preussischer Manier zur Entmündigung der Gesellschaft.
2 Kommentare
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