Fr., 17.01.2020

Dritte Gesamtschule: Fachausschuss vertagt Beschluss für billigere Holzfassade Auch die Lärche ist zu teuer

Norbert Bohlmann (UWG) und Sylvia Mörs (BfGT, von rechts) schauen sich das Lärche-Modell genau an. Links im Bild: Heike Schindler, Leiterin des Fachbereichs Hochbau.

Norbert Bohlmann (UWG) und Sylvia Mörs (BfGT, von rechts) schauen sich das Lärche-Modell genau an. Links im Bild: Heike Schindler, Leiterin des Fachbereichs Hochbau. Foto: Carsten Borgmeier

Von Carsten Borgmeier

Gütersloh (WB). Jetzt schauen die Kommunalpolitiker ganz genau hin: Auch für eine gegenüber der ursprünglichen Planung drei Millionen Euro billigere Fassade an der dritten Gesamtschule haben sich die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Immobilienwesen nicht erwärmen können. In der Sitzung am Donnerstagabend forderten sie weitere Informationen von Stadtverwaltung und Architekt an.

In der ersten Version hätte eine Fassade in sogenannter Keramikbaguette-Optik fast 7,3 Millionen Euro verschlungen. Die nach dem Kosten-Desaster von der Verwaltung vorgeschlagene Alternative aus Lärchenholz sollte jetzt mit 4,3 Millionen Euro zu Buche schlagen. Doch vielen Mitgliedern des 17-köpfigen Gremiums unter Vorsitz von Andreas Müller (BfGT) war dies immer noch zu teuer.

„Eine Holzfassade mit einem Quadratmeterpreis von rund 800 Euro ist für mich nicht nachvollziehbar“, meinte Ratsherr Ischo Can (CDU). Die von ihm vorgeschlagene Variante aus Klinker sei hingegen für 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter zu haben, fügte Can an und nannte dabei die neue Feuer- und Rettungswache sowie den Kunsthaus-Neubau des Städtischen Gymnasiums (SG) an der Moltkestraße als Beispiele.

Zu dem vermeintlich hohen Quadratmeter-Preis der Version Lärche äußerte sich Heike Schindler von der Verwaltung. Die Leiterin des Fachbereichs Hochbau erklärte, dass die 800 Euro auch mit dem erforderlichen Unterbau der Fassade zu erklären seien.

Aber auch Ratsfrau Sylvia Mörs (BfGT) meinte, ihre Fraktion sei in der Sache noch nicht entscheidungsfähig, sie forderte daher ebenfalls wie Norbert Bohlmann (UWG) weitere Daten von der Verwaltung zu den Kosten an.

Dr. Susanne Kohlmeyer (SPD) sah das ähnlich, sie brachte für den Alt-Bestand der neuen Gesamtschule an der Ahornallee die Klinker- und für die Neubauten die Lärche-Version ins Spiel. Ratsherr Hermann Birkenhake (CDU) meinte, die Klinker-Variante sei im Falle von Schmierereien einfacher zu reinigen als die Holz-Version.

Schlussendlich wurde ein Beschluss zur Fassade auf einen noch nicht genannten Termin verlegt.

Zum Hintergrund: Der Um- und Neubau der früheren Hauptschule Nord an der Ahornallee zur dritten Gesamtschule war laut einer Machbarkeitsstudie 2016 mit einem Kostenvolumen von 27 Millionen Euro kalkuliert worden. Nach neueren Schätzungen aber sollen sich die Gesamtkosten auf rund 48 Millionen Euro belaufen. Die Gütersloher Kommunalpolitik reagierte empört auf diesen Preisanstieg, sprach von Vertrauensverlust gegenüber der Stadtverwaltung.

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