Fr., 17.01.2020

Lärmschutz zur Fußball-EM gelockert – Bertelsmann sagt Veranstaltung in Gütersloh ab Spätes Public Viewing erleichtert

EM 2016, Polen gegen Portugal: Damals gab es noch Public Viewing auf dem Theaterplatz in Gütersloh.

EM 2016, Polen gegen Portugal: Damals gab es noch Public Viewing auf dem Theaterplatz in Gütersloh. Foto: Michael Delker

Berlin/Gütersloh (dpa/WB/in). Zur Fußball-Europameisterschaft in diesem Sommer soll in Deutschland wieder Public Viewing bis in den späten Abend möglich sein – auch wenn es ein wenig lauter zugeht.

Das Bundesumweltministerium hat wie vor anderen großen Turnieren der vergangenen Jahre eine Lockerung der Lärmschutzregeln auf den Weg gebracht. Freiluft-Übertragungen der EM-Spiele auf Großleinwänden können damit während des Turniers auch nach 22 Uhr erlaubt werden. Über den Einzelfall entscheiden aber die Kommunen.

Die multi-nationale EM findet vom 12. Juni bis 12. Juli in zwölf verschiedenen Ländern statt. Die Bundesländer müssen der Verordnung im Bundesrat zustimmen, damit sie in Kraft tritt.

Die Behörden vor Ort hätten das öffentliche Interesse an der Übertragung der Spiele gegen das Lärm-Schutzbedürfnis der Nachbarschaft abzuwägen, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums. Der Beginn der Nachtzeit, für die strengere Lärmgrenzen gelten, könnte nach hinten verschoben werden. Für die EM gehe man davon aus, dass ein Spiel mit Anstoß um 21 Uhr auch mit Verlängerung und Elfmeterschießen bis 24 Uhr zu Ende sein sollte.

Bis 22 Uhr bis zu 55 Dezibel erlaubt

Normalerweise ist ab 22 Uhr nur Lärm bis zu 55 Dezibel erlaubt. Weil diese Grenze beim öffentlichen Fußballgucken auf Fanmeilen und in Biergärten meist überschritten wird, gibt es seit der Fußball-WM 2006 in Deutschland bei großen Turnieren immer wieder Ausnahmeregelungen. Das habe sich bisher bewährt, sagte der Sprecher.

In Gütersloh allerdings wird der Bertelsmann-Konzern zur Europameisterschaft 2020 kein Public Viewing veranstalten und die Tradition wohl auch danach nicht mehr aufnehmen. „Alles hat seine Zeit“, sagte der Vorstandsvorsitzende Thomas Rabe am Donnerstag. Zuletzt waren die Auflagen wegen der Sicherheit immer größer geworden.

Das erste große Public Viewing hatten Bertelsmann und die Stadt Gütersloh zur Fußball-Weltmeisterschaft 2002 veranstaltet, die in Japan und Südkorea stattgefunden hatte. Der Konzern stellte die 55 Quadratmeter große LED-Wand und die Übertragungstechnik. Ausgenommen vom Public Viewing war die Gruppenphase. Bei wichtigen Spielen kamen teilweise mehrere tausend Zuschauer auch aus dem Umland zunächst auf den Berliner Platz und ab 2016 auf den Platz neben dem Neuen Theater in Gütersloh.

Begeisterung nahm ab

Allerdings nahm die Begeisterung mit den Jahren ab. Die Besucherzahlen gingen zurück. Bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland fiel das Public Viewing in Gütersloh dem sportlichen Geschehen zum Opfer: Weil die deutsche Nationalelf in der Gruppenphase nur einen Punkt ergatterte und ausschied, wurde die Leinwand gar nicht erst aufgebaut.

Dass Bertelsmann 2022, wenn die nächste Fußball-WM in Katar sein wird, die Tradition aufleben lässt, ist Rabe zufolge ausgeschlossen. Die WM findet vom 21. November bis 18. Dezember statt.

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