Klinikum: Nach gescheiterter Fusion will Klinikum weitere Gespräche führen
Geht der Blick Richtung Bielefeld?

Gütersloh (WB). Die Situation im Klinikum Gütersloh hat sich nach den Defiziten in den vergangenen Jahren verbessert. Das positive Ergebnis lasse sich vor allem auf die gestiegenen Patientenzahlen zurückführen, sagt Klinikum-Geschäftsführerin Maud Beste. Nachdem das Kartellamt der möglichen Fusion mit dem St.-Elisabeth-Hospital einen Riegel vorgeschoben hat, sollen nun weitere Gespräche geführt werden.

Samstag, 18.01.2020, 14:15 Uhr aktualisiert: 18.01.2020, 14:20 Uhr
Das Führungsteam blickt optimistisch in die Zukunft (von links): Prof. Dr. Gero Massenkeil (Ärztlicher Direktor), Andreas Tyzak (kaufmännischer Leiter), Geschäftsführerin Maud Beste, Andrea Eickhoff (Pflegeleitung) und Matthias Trepper (Aufsichtsrat). Foto: Wolfgang Wotke
Das Führungsteam blickt optimistisch in die Zukunft (von links): Prof. Dr. Gero Massenkeil (Ärztlicher Direktor), Andreas Tyzak (kaufmännischer Leiter), Geschäftsführerin Maud Beste, Andrea Eickhoff (Pflegeleitung) und Matthias Trepper (Aufsichtsrat). Foto: Wolfgang Wotke

20.901 Patienten und damit 865 mehr als im Vorjahr haben sich 2019 im Klinikum Gütersloh stationär behandeln lassen. Darüber hinaus gab es im vergangenen Jahr 37.169 ambulante Fälle (2018: 33.802). Maud Beste: „Auch die Restrukturierung der Zentralen Notaufnahme, inklusive der Einrichtung einer Aufnahmestation, war positiv.“ Mit 841 Neugeborenen wurde in der Geburtshilfe erneut ein Rekord aufgestellt (2018: 830 Neugeborene). Im Medizinischen Versorgungszentrum wurden 21.650 Patienten behandelt. Im Ambulanten OP-Zentrum seien 4193 ambulante Operationen durchgeführt worden (Vorjahr 4049), sowohl durch Ärzte des Klinikums, als auch durch niedergelassene Ärzte.

4193 Mal ambulant operiert

Dass das Bundeskartellamt die Verschmelzung mit dem St. Elisabeth-Hospital abgelehnt hat, sieht die Klinikum-Geschäftsführerin als „tragisch“ und „kritisch“ an: „Wir waren während der Sondierungsgespräche wirklich auf einem guten Weg, um eine Kooperation der beiden Häuser in Form einer Fusion anzustreben. Dadurch hätten wir unsere Stärken bündeln können, um so die optimale Versorgung der Patienten im Stadt- und Kreisgebiet langfristig sicher zu stellen.“ Zurzeit gebe es einen Stillstand, trotzdem würden bald die Dialoge weitergeführt. „Falls das alles scheitert, müssen wir uns um einen anderen Partner umsehen“, meint Beste. Da könne der Blick in Richtung Bielefeld gehen.

Wichtige Investitionen stehen an

Der Finanzausschuss der Stadt Gütersloh hat im Dezember beschlossen, dem Klinikum ein Darlehen von 12,4 Millionen Euro zu gewähren. „Mit dem Geld wollen wir die Sanierung und Strukturoptimierung des Zentral-OPs sowie einer neuen Lüftungs- und Klimatechnik als auch die Digitalisierungsstrategie finanzieren“, erklärt der neue kaufmännische Leiter des Krankenhauses, Andreas Tyzak. Dafür seien insgesamt 15,6 Millionen für den OP-Bereich und drei Millionen Euro für die Digitalisierung vorgesehen.

Das Patientenaufkommen in den Zentralen Notaufnahmen nimmt kontinuierlich zu. Aus diesem Grund hat das Klinikum Gütersloh ein umfassendes Reorganisationsprojekt der Zentralen Notaufnahme durchgeführt. Geschäftsführerin Maud Beste: „Zielsetzung des Projekts war es, die Qualität und Interdisziplinarität der Patientenversorgung sowie die Zusammenarbeit mit Schnittstellen wie Einweisern, Notärzten und dem Rettungsdienst zu optimieren.“ Seit dem Jahr 2018 wurden alle Rettungsfahrzeuge mit Tablet-PCs ausgestattet, mit denen wichtige Patientendaten digital in die Kliniken übermittelt werden können.

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