Mo., 10.02.2020

Massive Einsatz der Polizei im 2019 hatte für großes Aufsehen in Gütersloh gesorgt Sechs Monate nach Razzia: Haupttäter soll lange in Haft

In den beiden Cafés (links) des Flachbaus an der Strenger Straße sowie im Hinterhof hat die Polizei im Juli 2019 zugegriffen.

In den beiden Cafés (links) des Flachbaus an der Strenger Straße sowie im Hinterhof hat die Polizei im Juli 2019 zugegriffen. Foto: Carsten Borgmeier/Archiv

Von Carsten Borgmeier

Gütersloh/Bielefeld (WB). Sechs Monate nach der spektakulären Drogen-Razzia der Polizei in zwei Cafés an der Strenger Straße sind am Montag die Urteile gefallen: Der Hauptbeschuldigte (33) erhielt im Landgericht Bielefeld für bewaffneten Drogenhandel eine Haftstrafe von fünf Jahren und drei Monaten. Ein mitangeklagter 38-Jähriger hingegen kam als „Buchhalter“ der Drogengeschäfte auf Bewährung davon.

Zwei weitere Beschuldigte wurden von der Großen Strafkammer unter Vorsitz von Richter Carsten Wahlmann zu zwei Jahren und elf Monaten, beziehungsweise zu zwei Jahren und sieben Monaten Haft wegen bandenmäßigen Drogenhandels verurteilt.

Alle Haftbefehle wurden nach der Verhandlung außer Vollzug gesetzt, die Verurteilten sind nach Auskunft von Guiskard Eisenberg, Sprecher des Landgerichts, auf freiem Fuß. Im Falle des Haupttäters legte demnach die Staatsanwaltschaft Beschwerde gegen die Freilassung ein.

Haupttäter mit Zugriff auf Waffen

Der massive Einsatz der Polizei am 16. Juli 2019 hatte für großes Aufsehen gesorgt: Wie aus dem Nichts waren an jenem Abend plötzlich mehr als 30 Beamte im Bereich rund um den Imbiss „Babylon“ aufgezogen, sie sperrten die Hofzufahrt von der Kaiserstraße aus und blockierten mit zivilen Mannschaftstransportern die Strengerstraße.

Während das „Babylon“ unbehelligt blieb, konzentrierte sich die Razzia auf die beiden nebeneinander liegenden Café an der Strengerstraße sowie auf den Hinterhof, der von der Kaiserstraße aus befahr ist. Gleichzeitig schlugen Ermittler in Blankenhagen in der Kneipe „Zur Krone“ sowie in Wohnungen der Beschuldigten zu.

In die Hände fielen den Beamten nicht nur scharfe Schusswaffen, sondern auch Marihuana und Kokain im zweistelligen Kilobereich mit einem Marktwert von mehreren 100.000 Euro.

Staatsanwaltschaft legt Beschwerde ein

Drogenhandel, Zugriff auf Waffen sowie manipulierte Glücksspielsautomaten führten somit zu der jetzt mehr als fünfjährigen Haftstrafe des Haupttäters aus Gütersloh. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7252304?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516079%2F