Sa., 15.02.2020

58-Jähriger aus Gütersloh wegen Kindesmissbrauchs verurteilt Haft für „zwei Massagen“

Das Landgericht Bielefeld.

Das Landgericht Bielefeld.

Von Wolfgang Wotke

Gütersloh (WB). Wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes ist am Freitag ein 58-jähriger Metallarbeiter aus Gütersloh zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden. Die XX. Strafkammer des Landgerichtes Bielefeld verhängte zudem noch eine Bewährungsauflage: Der Angeklagte muss 1000 Euro an das Opfer zahlen.

Beim Spielen mit der fünfjährigen Enkelin seiner Lebensgefährtin soll es am 16. Mai 2018 zu sexuellen Handlungen in zwei Fällen gekommen sein. Während des Verfahrens sagte der Beschuldigte; „Sie hatte geweint und ich wollte sie beruhigen, indem ich sie gekitzelt habe. Danach hat sich das Mädchen unwissend auf meine Hand gesetzt, die ich aber weggezogen habe.“ Er räumte ein, dass es sein könnte, in dieser Situation mit seinen Händen unabsichtlich zwischen ihre Beine gerutscht zu sein. Als er kurze Zeit später selbst auf der Toilette war, sei das jüngere Mädchen plötzlich neben ihm gestanden und habe von ihm verlangt, ihr „seinen Pillermann zu zeigen.“ Passiert sei gar nichts.

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Glauben Sie mir, so war das nicht!

Der Angeklagte

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In der Anklageschrift steht allerdings etwas ganz anderes: Demnach soll er der Fünfjährigen gezielt mehrmals in den Schritt gefasst haben. Auf der Toilette soll das Kind gesessen haben und nicht er. In diesem Moment soll er sein Geschlechtsteil vor ihr entblößt und sich selbst befriedigt haben. Das alles verneinte der Angeklagte vehement: „Glauben Sie mir, so war das nicht! Das Kind hat mein Verhalten missverständlich und falsch gedeutet.“ Von diesem Vorwurf wurde der 58-Jährige freigesprochen. Übrig geblieben sind „zwei Massagen“ an der Fünfjährigen.

Strafverteidiger Daniel Wiemann hatte auf Freispruch plädiert

In den Plädoyers hatte die Staatsanwaltschaft wegen Kindesmissbrauchs ein Jahr und neun Monate Haft auf Bewährung gefordert, die Nebenklage das gleiche Strafmaß ohne Bewährung. Der Strafverteidiger Daniel Wiemann aus Gütersloh hatte auf Freispruch plädiert. „Am Ende kann mein Mandant mit dem Urteil zufrieden sein. Damit ist er gut gefahren“, sagte Wiemann.

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