Gütersloh: Gitte Trostmann zieht für Bündnis 90/Die Grünen in den Wahlkampf
Die erste grüne Bürgermeisterin?

Gütersloh (WB). Gitte Trostmann (44) ist gerade einmal sechs Jahre lang bei den Grünen und will schon Bürgermeisterin von Gütersloh werden. Das liegt zum einen an der Gütersloher Partei, zum anderen an ihr selbst.

Samstag, 15.02.2020, 08:15 Uhr aktualisiert: 15.02.2020, 08:20 Uhr
Gitte Trostmann erklärt ihre stille Einarbeitungsphase für beendet und will jetzt erste grüne Bürgermeisterin von Gütersloh werden. Ihre Partei wird am 9. März über diesen Personalvorschlag abstimmen, die Wähler entscheiden am 13. September. Foto: Wolfgang Wotke
Gitte Trostmann erklärt ihre stille Einarbeitungsphase für beendet und will jetzt erste grüne Bürgermeisterin von Gütersloh werden. Ihre Partei wird am 9. März über diesen Personalvorschlag abstimmen, die Wähler entscheiden am 13. September. Foto: Wolfgang Wotke

Trostmann ist in Wolgast bei Greifswald aufgewachsen, zu einer Zeit, in der Mecklenburg-Vorpommern noch Teil der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) war. Parteimitgliedschaft sei dort etwas sehr ernsthaftes gewesen, meist mit Druck und Zwang verbunden. Darum sei sie in den Jahren nach der Maueröffnung 1989 erst einmal sehr vorsichtig mit politischem Engagement gewesen.

Mit ihren Eltern sei sie damals in den Westen gezogen, nach Beverungen, dort legte sie auch ihr Abitur ab. Ihr Germanistik-Studium in Bielefeld lockte sie in die Region Ostwestfalen-Lippe, seit 2005 lebt sie in Gütersloh. Auf der Suche nach einem Job klopfte sie 2012 bei den Grünen in Gütersloh an – die suchten gerade eine Geschäftsführerin für ihre Ratsfraktion. Ohne Parteimitglied zu sein, wurde Trostmann engagiert – das war schon mal ganz anders als in Wolgast. Trostmann: „Hier drängte mich auch niemand. Ich konnte mich in Ruhe in die Themen und Strukturen einarbeiten.“

Die Mit-Regierer

Das wiederum liegt an der grünen Partei in Gütersloh. So verbissen sie auch um den Erhalt jedes einzelnen Baumes in der Stadt kämpfen mag, so liberal geht sie mit entgegengesetzten Meinungen um. Das öffnet den Spielraum für Kompromisse und für die Mögglichkeit, die Stadt mit zu regieren. Seit 20 Jahren prägen die Grünen das Leben in Gütersloh nachhaltig mit – zunächst über eine schwarz-grüne „Plattform“, anschließend über eine um die UWG erweiterte „Plattform Plus“, heute themenbezogen mit wechselnden Mehrheiten, aber besonders häufig mit der CDU. Damit zog das Team Hans-Peter Rosenthal/Birgt Niemann-Hollatz zum einen die Konsequenz aus der ideologisch bedingten Isolation der Gründungszeit vor 41 Jahren, zum anderen aus der Verantwortung, die der Partei mit einem Stimmenanteil von 26,5 Prozent in Gütersloh erwächst.

Wichtige Ziele

Fahrradstraßen, Radwegebau, Klimaschutz, Begrünung der Innenstadt – aus lauter Rücksichtnahme und Kompromiss-Zwang sei hier längst noch nicht alles soweit wie sich Gitte Trostmann das wünscht. 2014 erklärte sie ihre stille, zurückhaltende, schüchterne Einarbeitungsphase für beendet, trat in die Partei ein und kandidierte für den Rat. Fraktionssprecherin Birgit Niemann-Hollatz: „Gittes frische, zupackende Art tut uns gut. Sie hat die Fraktionsarbeit neu strukturiert und auf wichtige Ziele fokussiert.“ Für Andreas Brems, Sprecher des Ortsverbandes, entspricht Trostmann exakt dem Idealbild, das die Grünen in die Stellenausschreibung für ihre Bürgermeisterkandidatin geschrieben hätten: „Authentisch, politisch denkend, in Gütersloh lebend und für Gütersloh brennend.“ Trostmann lebt mit ihrer Tochter, ihrem Lebensgefährten und den beiden Dalmatiner-Mischlingen Ronja und Mika in Kattenstroth.

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