Mi., 19.02.2020

Hauptkommissarin warnt vor „K.o.-Tropfen“ und zu viel Alkohol Karneval feiern ohne Reue

Zu viel Alkoholkonsum oder auch „K.o.-Tropfen“ führen beim Karneval oft zu dramatischen und gefährlichen Situationen, wie hier beim Umzug in Rietberg im vergangenen Jahr. Polizei und Rettungsdienst sind dann meist im Dauereinsatz.

Zu viel Alkoholkonsum oder auch „K.o.-Tropfen“ führen beim Karneval oft zu dramatischen und gefährlichen Situationen, wie hier beim Umzug in Rietberg im vergangenen Jahr. Polizei und Rettungsdienst sind dann meist im Dauereinsatz. Foto: Wolfgang Wotke

Von Wolfgang Wotke

Gütersloh (WB). Beim Karneval ist alles erlaubt! Stimmt das? „Mitnichten“, sagt Kriminalhauptkommissarin Ursula Rutschkowski vom Kommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz bei der Kreispolizeibehörde Gütersloh. Straftaten wie Diebstahl oder Körperverletzungen sind dann besonders viele zu verzeichnen. Damit der Spaß und die eigene Sicherheit nicht zu kurz kommen, gibt sie Tipps – auch gegen Belästigungen und für einen sicheren Heimweg.

Die Jecken starten in den nächsten Tagen durch: Auch in unserer Region reiht sich Sitzung an Sitzung und Party an Party. Den Höhepunkt findet die närrische Saison dann mit den Umzügen und dem Straßenkarneval in Rietberg, Schloß Holte-Stukenbrock, Harsewinkel und Rheda-Wiedenbrück.

Mitunter kann es vor allem aufgrund von hohem Alkoholkonsum zu Belästigungen und körperlichen Auseinandersetzungen kommen. „Das betrifft besonders Frauen und Mädchen während, vor und nach den Feierlichkeiten. Immer wieder kommt es rund um die Karnevalstage zu unschönen Vorfällen“, sagt Rutschkowski. Auch Freunde und Bekannte müssten Grenzen akzeptieren und dürfen zurückgewiesen werden.

App „WayGuard“ ist ein nützlicher Wegbegleiter

Die erfahrene Polizistin rät: „Verabreden Sie sich in Gruppen und verlassen Sie die Veranstaltungen möglichst auch in diesen. Straftaten, insbesondere solche, die im Rahmen der Karnevals­feiern aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums begangen werden, können Sie so gemeinsam entgegenwirken und sich gegenseitig unterstützen.“ Am besten, man installiere sich die App „WayGuard“ auf dem Smartphone. Informationen dazu gebe es unter https://www.wayguard.de/.

Fast jede Frau kenne das mulmige Gefühl, wenn sie spätabends im Dunkeln alleine unterwegs sei. Das Innovationsteam der AXA Schweiz lanciere nun einen neuen Service, mit dem sich Frauen bis zu ihrer Haustür begleiten lassen können. Die Begleit-App „WayGuard“ biete einen 24-Stunden-Service an, den man situativ nutzen könne. Werde die App aktiviert, sei sie während des gesamten Weges im Hintergrund dabei, um den Frauen Sicherheit zu geben und im Notfall Hilfe rufen zu können.

„Du in dem Hasenkostüm, rufe bitte sofort die Polizei!“

Ursula Rutschkowski warnt besonders vor so genannten „K.o.-Tropfen“: „Achten Sie während des Feierns auf Ihre Getränke. Lassen Sie diese niemals unbeaufsichtigt stehen. Bestellen Sie immer selbst und lassen Sie sich nicht von einem Fremden ein Getränk mitbringen.“ Aber Vorsicht! Täter könnten auch Freunde oder Bekannte sein.

„Gerade in der Karnevalszeit ist es besonders leicht, K.o-Tropfen heimlich in ein Glas zu schütten. Häufig reagieren Betroffene darauf zunächst ungewöhnlich aktiv und aufgedreht. Kommt es zu Übelkeit und Schwindelgefühlen, ist Hilfe erforderlich!“ Betroffene sollten sofort ein Krankenhaus aufsuchen und dort den Ärzten von ihrem Verdacht berichten.

Und noch ein Tipp zum Schluss: Wertsachen sollten eng am Körper getragen werden, wenn sie überhaupt mitgenommen werden müssten. Nur so könne man sich vor Diebstählen schützen. Sollte trotz aller Vorkehrungen Hilfe nötig sein, solle man sich nicht scheuen, den Polizeiruf 110 zu wählen. Oder: Man könne andere Menschen gegebenenfalls gezielt ansprechen, zu helfen: „Du in dem Hasenkostüm, rufe bitte sofort die Polizei!“

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