Gütersloh
WDR-Jazzpreis im Theater verliehen

Gütersloh (col) - Nicht nur in der Jazzredaktion von WDR 3, auch beim alljährlichen WDR-Jazzfest in Gütersloh bleibt nur wenig beim Alten: Das dreitägige Jazzfest gab es 2020 nicht mehr, dafür aber einen auf zwei Tage ausgedehnten WDR-Jazzpreis, der am Freitag und Samstag im großen Theatersaal über die Bühne ging.

Sonntag, 02.02.2020, 20:30 Uhr
Gütersloh: WDR-Jazzpreis im Theater verliehen

Dort präsentierten die Moderatoren Götz Alsmann und Nina Heinrichs am Samstag die Preisträger in fünf Kategorien – mit angenehm kurzen Wortbeiträgen und viel Livemusik.

Die Gütersloher Jazzfans wollten sich die Preisverleihung auch im neuen Format nicht entgehen lassen, sodass das Theater zumindest am Samstag nahezu ausverkauft war.

Die Eröffnung des Abends lag in den Händen der WDR Big Band, die zu Beginn drei Stücke des Kompositionspreisträgers Philip Zoubek aus Österreich spielte. Der Pianist hatte diese Musik bereits am Freitag mit seinem Trio Z vorgestellt und war nun selbst ganz überrascht, was Arrangeur und Big-Band-Leiter Niels Klein aus seinen Werken gezaubert hatte. „Was für tolle Klangfarben“, freute sich der Komponist im Interview mit Nina Heinrichs. „Das sind ja eigentlich Trio-Stücke, die Niels Klein hier mit viel Fleiß für die Big Band umgearbeitet hat.“

Anschließend erhielt das Projekt „The Dorf und Umland“, das seit 2006 das Ruhrgebiet unsicher macht und auch vor Auftritten in Wohnzimmern und Bahnhöfen nicht zurückschreckt, den Ehrenpreis. Ihre anarchisch angehauchte Musik hatte das Künstlerkollektiv um Leiter Jan Klare bereits am Freitag eindrucksvoll auf die Theaterbühne gebracht.

Der heimliche Star des Abends war jedoch der Wahl-Kölner Bassem Hawar, der die Zuschauer mit einem Solokonzert auf der Djoze, einer aus seiner Heimat Irak stammenden Kniegeige, verzaubert hatte. Am Samstag erhielt er den Jazzpreis in der Kategorie Musikkulturen und stellte seine herrliche Kunst anschließend noch einmal im Quartett mit dem Nouruz Ensemble vor.

Nach der Pause stand zunächst der Nachwuchspreis auf dem Programm, den sich in diesem Jahr die Big Band der Friedensschule Münster unter der Leitung von Musiklehrer Dieter Niermann sicherte. Das Schülerensemble besteht bereits seit 30 Jahren und stellt seinen Leiter immer wieder vor Herausforderungen: „2020 gehen zehn Musiker von der Schule ab, da muss ich dann wieder für Nachwuchs sorgen.“ Sein Wunsch: „Ich gehe in vier Jahren in Rente und hoffe, dass unsere Big Band auch danach erhalten bleibt.“

Den abschließenden Improvisationspreis erhielt die australische Posaunistin Shannon Barnett, die bis vor Kurzem noch in den Reihen der WDR Big Band gespielt hatte und am Samstag mit ihrem Quartett auf der Bühne stand.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7307839?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516079%2F
Arminia stoppt die Talfahrt
Jubelnde Arminen: Die Torschützen Prietl und Doan freuen sich.
Nachrichten-Ticker