Sonderveröffentlichung - Wie Unternehmer in Gütersloh in Corona-Zeiten arbeiten
Wir sind weiterhin für Sie da!

Gütersloh. Ob Einzelhändler, Gastronomen oder Werkstattbesitzer: Sie alle müssen derzeit wegen des Coronavirus mit mehr oder weniger starken Einschränkungen arbeiten. Viele Unternehmen im Kreis Gütersloh haben aus der Not eine Tugend gemacht und setzen auf neue Wege, um die Wünsche der Kunden zu erfüllen.

Freitag, 10.04.2020, 04:49 Uhr aktualisiert: 10.04.2020, 05:00 Uhr
Als „Deal des Tages“ verpackt Alexandros Agelakis unlängst unter den Augen von Geschäftsführer Markus Finke eine im Internet bestellte Jacke. Foto: Scheffler
Als „Deal des Tages“ verpackt Alexandros Agelakis unlängst unter den Augen von Geschäftsführer Markus Finke eine im Internet bestellte Jacke. Foto: Scheffler

Alexandros Agelakis muss sich sputen. Der 24-Jährige ist Auszubildender bei Intersport Finke am Kolbeplatz und bestückt Kartons mit Waren, die Kunden im Internet bestellt haben. Zwischen 12 und 13 Uhr werden sie vom Versandunternehmen abgeholt. Und jetzt kommt noch die Presse.

Geschäftsführer Markus Finke hat jedoch nichts dagegen, dass die Zeitung nachschaut, wie ein lokaler Einzelhändler während der Corona-Pandemie mit einem Online-Shop die Ärmel hochkrempelt. Auch Kollegen „stecken jetzt nicht den Kopf in den Sand“, betont Michael Menke vom Modehaus Eusterhus. Unter dem Motto „Starker Handel – jetzt erst recht“ wollen die Gütersloher Geschäftsleute ein positives Ausrufezeichen in der Corona-Krise setzen.

„Der 17. März war der schlimmste Tag meiner unternehmerischen Laufbahn“, erinnert sich Markus Finke daran, wie er seine Geschäfte in Gütersloh und Bielefeld zugeschlossen hat: „Der Erhalt des Unternehmens und der Arbeitsplätze steht über allem.“ Seine Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Weil diese Maßnahme aber nicht bei Auszubildenden greift, haben Alexandros Agelakis und Dustin Fölling den Dienst im lokalen Online-Shop übernommen.

Online-Handel fängt Teil der Einbußen auf

40.000 Artikel stehen laut Finke im Gütersloher Geschäft bereit. Weil sich in Deutschland aber unter dem Genossenschaftsdach Intersport etwa 1000 selbstständige Händler befinden, gebe es ein Artikelvolumen, das das des größten Internet-Versandunternehmens übertreffe. Gebe es also in Gütersloh eine bestimmte Ware nicht, werde sie von einem Kollegen geliefert, der sie auf Lager hat, sagt Finke. Mit dem Internet-Handel ließen sich 15 Prozent des sonst üblichen stationären Umsatzes erzielen.

„Die Kunden wollen jetzt zu Hause charmant sowie nett unterhalten werden und auch etwas kaufen“, ist sich Michael Menke, der Geschäftsführer des Modehauses Eusterhus an der Neuenkirchener Straße, sicher. Entsprechend hat er die Kanäle Instagram und Facebook gestaltet, so dass er der Kundschaft ein virtuelles Shopping per Video bieten kann. „Das finden die Leute gut“, hat der Bekleidungsexperte festgestellt. Aber: „Das fängt den normalen Geschäftsbetrieb nicht auf.“

„Wir sind gern in Kontakt mit unseren Kunden. Und wenn wir sie schon nicht in unserem Geschäft begrüßen dürfen, sind jetzt andere Parameter dran.“ Das bedeute, Größen würden – sofern nicht bekannt – notiert, Kleidungsstücke aufgehängt und online von vorn und von hinten gezeigt. „Aber der Grad der Präsentation ist schmal“, weiß Menke. Möchte ein Kunde etwas kaufen, gebe es drei Möglichkeiten: Er bekomme es per Post zugeschickt, es werde ihm nach Hause geliefert oder er hole die Textilien ab.

Nicht mit dem Handel im Internet, sondern mit Beratung sowie Verkauf am Telefon hält sich die Inhaberin von Europa-Schmuck an der Spiekergasse über Wasser. „Unsere Stammkunden unterstützen uns“, so Gabriele Rudorff. Auf das Netz verzichtet die Geschäftsführerin nicht. „Über Instagram und Facebook posten wir schöne Dinge, Schmuck und Uhren.“ Außerdem arbeite der Reparaturen-Service weiter. Die Abholung des guten, aber beschädigten Stücks und die Rücklieferung erfolgten persönlich.

Das alles und noch vieles mehr lesen Sie am Donnerstag, 9. April, in Ihrer Zeitung in einer Sonderveröffentlichung zum Thema „Wir sind weiterhin für Sie da!”.

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