Gütersloh
Energiekonzept auf dem Prüfstand

Gütersloh (din) - Wie lassen sich weitere Kosten beim Teilneubau der dritten Gesamtschule einsparen? Beim energetischen Konzept will die Stadtverwaltung möglichst keine Abstriche machen, weil sie auf lange Sicht unwirtschaftlich wären.

Dienstag, 28.04.2020, 16:07 Uhr aktualisiert: 28.04.2020, 21:31 Uhr
Gütersloh: Energiekonzept auf dem Prüfstand

Das geht aus einer Vorlage für den Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Immobilienwesen hervor, die auf der Tagesordnung für die morgige Sitzung steht (17 Uhr, Großer Saal der Stadthalle, oder im Livestream im Internet auf politik.guetersloh.de). Unterzeichnet ist die Vorlage in Vertretung vom Beigeordneten Andreas Kimpel, da die zuständige Leiterin des Geschäftsbereichs Bau und Verkehr, Nina Herrling, nach wie vor erkrankt ist.

Dämmung nach Passivhausstandard

Das weiterhin gültige Energiekonzept stammt noch aus der Auslobung des Projekts im Jahr 2017 und steht laut Vorlage im Einklang mit der 2018 beschlossenen Energieleitlinie der Stadt Gütersloh. So soll der bauliche Wärmeschutz die Vorgaben der Energieeinsparverordnung 2016 um 30 Prozent unterschreiten. Fenster und Dämmungen sind nach Passivhausstandard geplant. Außerdem sind für alle beheizten Räume Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung vorgesehen.

Heizungsanlage ist schon vorhanden

Die Anlage für die Heizung und die Warmwasserversorgung ist schon vorhanden. Seit 2004 gibt es nördlich der Schule neben der Parkouranlage eine Heizungsanlage mit Holzhackschnitzelfeuerung. Daneben gibt es einen Pufferspeicher für Heizungswarmwasser. 2019 wurde die Anlage um einen Gas-Brennwertkessel ergänzt. Außer der Gesamtschule versorgt sie die Grundschule Neißeweg und die Freiherr-vom-Stein-Schule über Fernwärmeleitungen mit Wärmeenergie für Heizung und Warmwasser.

Weniger Dämmung bedeutet mehr Energiebedarf

Durch eine Reduzierung des baulichen Wärmeschutzes ließen sich laut Vorlage 285 000 Euro einsparen. Auf der anderen Seite würde sich der Energiebedarf der Heizung um zehn Prozent erhöhen. Eine Reduzierung der Lüftungstechnik auf Räume, für die sie zwingend ist, wie Toiletten, Küche und Mensa sowie naturwissenschaftliche Fachräume, könnte zu Einsparungen in Höhe von gut 393 000 Euro führen. Das würde den Energiebedarf um 30 Prozent erhöhen, unabhängig von der Dämmung. Die Verwaltung weist darauf hin, dass sich die Lehrer wegen des subjektiven Empfindens der Raumluftqualität eher gegen die Technik und für eine natürliche Fensterlüftung ausgesprochen hätten.

Ökologische Ziele sollen erreicht werden

Schließlich ist auf den Dächern eine gut 1000 Quadratmeter große Photovoltaikanlage mit einer Leistung von bis zu 100 Kilowatt vorgesehen. Ein Verzicht auf die Anlage würde kurzfristig 218 000 Euro sparen, gleichzeitig aber den jährlichen Strombedarf um 43 000 Kilowattstunden erhöhen.  Fazit der Verwaltung in der Vorlage: Alles in allem könnten durch den Verzicht auf die Maßnahmen in Summe 896 000 Euro eingespart werden. Allerdings widerspreche dieses Vorgehen „wesentlich den ökologischen Zielen der Stadt Gütersloh. Zudem stehen die jetzigen Einsparungen unverhältnismäßigen Investitionen gegenüber für spätere energetische Ertüchtigungen des Gebäudes“, heißt es in der Vorlage.

Grüne fragen nach weiterem Bauablauf

Der Ausschuss beschäftigt sich am Donnerstag auch mit einem überarbeiteten Grundriss der Schule, der 3,2 Millionen Euro an Einsparungen bringen könnte. Unterdessen hat die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen einen Fragenkatalog eingereicht mit zehn Fragen zur Planung, zum weiteren Bauablauf und zu möglichen Einsparungen. Insgesamt habe sich die Fläche gegenüber dem Wettbewerb um mehr als 1740 Quadratmeter erhöht plus 80 Quadratmeter für eine Vergrößerung der Unterrichtsräume, heißt es. Gefragt wird nach weiteren Möglichkeiten, die Fläche zu reduzieren.

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