Gütersloh
Noch Vorbehalte beim Landschaftsplan

Gütersloh (din) - Der Landschaftsplan Gütersloh geht zwar auf eine Anregung der Stadt zurück, so ganz zufrieden ist man mit dem Entwurf des Kreises im Rathaus aber noch nicht. Vor allem der Umgang mit potenziellen Siedlungsflächen und mit dem Flugplatz-Gelände stößt auf Vorbehalte.

Donnerstag, 30.04.2020, 19:53 Uhr aktualisiert: 30.04.2020, 20:31 Uhr
Gütersloh: Noch Vorbehalte beim Landschaftsplan

Diese legt die Stadt in ihrer jüngsten Stellungnahme dar. Der Landschaftsplan umfasst eine Fläche von 79 Quadratkilometern. Der Entwurf wurde zuletzt im Januar und Februar öffentlich ausgelegt.

Aus Sicht der Stadt sollten zumindest die im geltenden Regionalplan dargestellten Flächen für den Allgemeinen Siedlungsbereich (ASB) für eine künftige Bebauung aus dem Geltungsbereich des Landschaftsplans herausgenommen oder entsprechend ausgewiesen werden. Die Festsetzungen von Landschaftsschutzgebieten seien zurückzunehmen.

Angesichts eines „sehr hohen Siedlungsdrucks“ – das heißt Wohnraumbedarf – könne „eine kurze bis mittelfristige Inanspruchnahme als wahrscheinlich betrachtet werden“, heißt es in der Stellungnahme. Diese Bedenken wurden am Dienstag im Planungsausschuss von Sprechern der Fraktionen geteilt. Insbesondere die von der Stadt identifizierten Potenzial- und Suchflächen für eine Wohnbebauung sollten berücksichtigt werden. „Da muss sich der Kreis nochmal bewegen“, sagte Dr. Thomas Krümpelmann (SPD).

Laut Stellungnahme hat der Kreis in Aussicht gestellt, „dass die Untere Naturschutzbehörde den entsprechenden Flächennutzungsplanänderungen nicht grundsätzlich widersprechen werde, solange schutzwürdige Strukturen gesichert seien“. Zwei Ausnahmen gebe es: Friedrichsdorf-Nord und Kattenstrother Ring Nordwest.

Bereits am Montag hatte sich der Ausschuss für Umwelt und Ordnung mit dem Kapitel Natur- und Landschaftsschutz beschäftigt. Nach mehr als 200 Einwendungen zum Vorentwurf, vor allem von Landwirten, wurden laut Stellungnahme „deutliche Flächenreduzierungen in der Schutzgebietskulisse vorgenommen“. Allein 142 Hektar Naturschutzgebiete wurden gestrichen. Die Stadt sieht darin angesichts der Bedeutung der Landwirtschaft „einen realisierbaren Kompromiss“, macht aber zugleich deutlich: „Eine weitere Verminderung über den derzeitigen Stand hinaus sollte aufgrund der Schutzwürdigkeit der verbliebenen Flächen und der dort –noch – vorkommenden Artenvielfalt jedoch nicht erfolgen.“

Aus Sicht der Grünen ist das zuviel: „Wir können damit nicht einverstanden sein. Wir stimmen zu im Sinne eines Kompromisses“, sagte Birgit Niemann-Hollatz auch im Planungsausschuss.

Beim Flugplatz fordert die Stadt eine Klarstellung, was den Übergangsbereich zwischen zukünftiger Industrie- und Gewerbefläche sowie dem Naturschutzgebiet betrifft, wie groß er ausfällt und was das für Emissionen aus dem Gewerbe- und Industriegebiet bedeutet. Mit diesem Thema beschäftigt sich der Hauptausschuss am Montag, 4. Mai (17 Uhr, Stadthalle).

Photovoltaikanlagen auf der östlichen Start- und Landebahn

Was Photovoltaikanlagen anbelangt, regt die Stadt an, dass sie auf versiegelten Flächen wie der östlichen Start- und Landebahn (7000 Quadratmeter) und dem ehemaligen Abstellplatz für Wohnmobile (rund 4500 Quadratmeter) möglich sein sollen. Der Kreis sieht sie vorrangig auf Dächern. Außerdem möchte die Stadt das Flugplatzgelände in einem größeren Rahmen zugänglich machen als bisher vorgesehen.

Und wie geht es weiter? Eingaben und Stellungnahmen zum Entwurf des Landschaftsplans werden von der Unteren Naturschutzbehörde in Zusammenarbeit mit einer Arbeitsgruppe des Umweltausschusses des Kreises beraten. Eine erste politische Beratung soll im Herbst dieses Jahres stattfinden.

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