Sa., 23.05.2020

54 neue Befunde in Dissen – 13 Betroffene aus dem Kreis Gütersloh in keiner Statistik Weitere Corona-Fälle bei Westcrown

Nun ist bei 146 der 278 Beschäftigten des vorübergehend geschlossenen Westcrown-Standorts in Dissen Corona nachgewiesen worden.

Nun ist bei 146 der 278 Beschäftigten des vorübergehend geschlossenen Westcrown-Standorts in Dissen Corona nachgewiesen worden. Foto: dpa

Von Oliver Horst

Gütersloh/Dissen (WB/dpa). Weitere Tests unter den insgesamt 278 Beschäftigten des Fleischunternehmens Westcrown in Dissen bei Osnabrück haben 54 neue Coronavirus-Fälle bestätigt. Das sei das Ergebnis der zweiten Testreihe bei 126 Mitarbeitern, die im ersten Durchlauf in der Vorwoche noch negativ getestet worden seien, teilte der Landkreis Osnabrück mit. Dort wohnten 50 der neuen Fälle, vier seien im Kreis Coesfeld gemeldet. 38 der Betroffenen seien bereits als Kontaktpersonen der im ersten Durchgang 92 positiv getesteten Mitarbeiter in Quarantäne, weitere 16 müssten nun ebenfalls in Isolation. Ihre Kontaktpersonen würden ermittelt. Nach dem bisherigen Notbetrieb werde Westcrown für zwei Wochen geschlossen.

Derweil gibt es zwischen den Kreisen Osnabrück und Gütersloh unterschiedliche Auffassungen, wie 13 der 26 im Kreis Gütersloh gemeldeten Betroffenen mit Corona-Befund in der Statistik zu erfassen sind. Stand jetzt tauchen die Personen, die in einer Quarantäne-Unterkunft im Landkreis Osnabrück untergebracht sind, nirgendwo im Zahlenwerk auf. Der Landkreis Osnabrück teilte mit, dass die Fälle in der Wohnort-kommune zu erfassen seien – das wäre die Stadt Borgholzhausen. Der Kreis Gütersloh sieht das anders. „Für uns ist entscheidend, wo sich die Personen aktuell aufhalten“, sagt Kreissprecher Jan Focken. Sollten die Betroffenen aus der Quarantäne nach Borgholzhausen zurückkehren, würden sie dann aber dort bei der Gesamtzahl der bestätigten Infektionen und als Genesene erfasst.

Der Landkreis Osnabrück teilte derweil mit, dass bei Westcrown – einem Gemeinschaftsunternehmen von Westfleisch und Danish Crown – die genehmigte Not-Zerlegung der Fleischvorräte bis Mittwochabend bewältigt worden sei. Dabei ging es den Angaben zufolge um bereits geschlachtete Sauen, die entweder schon im Unternehmen waren oder sich in der Anlieferung aus ganz Europa befanden. Damit sollte die Vernichtung von Schweinefleisch verhindert werden. Für die Arbeiten wurden negativ getestete Beschäftigte eingesetzt.

Die weiteren Positiv-Befunde bei Westcorwn seien „durchaus erwartet“ worden, teilte der Landkreis mit. Die Wahrscheinlichkeit, dass beim ersten Test am Freitag der Vorwoche Mitarbeiter mit dem Virus infiziert, aber noch in der Inkubation waren, sei als hoch eingeschätzt worden.

In NRW haben die Gesundheitsämter nach Auswertung von 90 Prozent der Tests bei Beschäftigten in der Fleischindustrie knapp 400 Corona-Fälle entdeckt. Betroffen seien Beschäftigte in sieben Betrieben. Beim Branchenprimus Tönnies in Rheda-Wiedenbrück sind fünf von inzwischen rund 6400 ausgewerteten Tests positiv ausgefallen.

Derweil gab die Bezirksregierung Detmold das Ergebnis von Wohnraumkontrollen in der Fleischbranche im Kreis Gütersloh bekannt. 410 Unterkünfte seien begutachtet worden – bei vielen seien leichte Mängel wie zu geringe Abstände zwischen Schlafplätzen oder fehlende Desinfektionsmöglichkeiten festgestellt worden. Bei einem Wohnhaus mit 20 Appartements in Gütersloh stellten die Kontrolleure in zwei Appartements hygienische Mängel sowie vor dem Hintergrund von Abstandsregelungen eine zu hohe Bewohnerzahl fest und ordneten eine Räumung an. Die insgesamt zwölf betroffenen Bewohner konnten in andere, freistehende Wohnungen in dem Haus ziehen.

Unterdessen wurden 600 Mitarbeiter eines Vion-Schlachthofes im niederländischen Grenzort Groenlo – 50 Kilometer von Coesfeld entfernt – unter Quarantäne gestellt. Zuvor war bei 45 Mitarbeitern des Betriebs das Coronavirus nachgewiesen worden. Einige Arbeiter wohnten im benachbarten Münsterland, hieß es.

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