Sa., 23.05.2020

LWL-Klinik Gütersloh öffnet wieder für Freunde und Angehörige Patienten dürfen wieder Besuch empfangen

Gütersloh (ams)-  Aufatmen für Patienten und Besucher: Ab nächsten Mittwoch dürfen Menschen, die wegen einer psychischen Erkrankung in der LWL-Klinik Gütersloh behandelt werden, wieder Freunde und Angehörige auf dem Gelände an der Buxelstraße empfangen.

Die Klinikleitung setzt damit eine Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen um, die besagt, dass das strikte Besuchsverbot in Krankenhäusern gelockert werden darf.  „Dies ist allerdings nur unter der Beachtung von Infektionsschutzmaßnahmen und Hygieneregeln möglich“, heißt es in einer Pressemitteilung der Einrichtung des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL). Mehr noch: Das Klinik-Personal bittet Angehörige sogar darum, möglichst von Besuchen abzusehen. Die Zeiten sind zurzeit noch eingeschränkt.

Isolation wird unterschiedlich empfunden

Dabei ist es für die Patienten in der LWL-Klinik teilweise sehr wichtig, Kontakt zu Freunden und Angehörigen zu halten. „Psychisch erkrankte Menschen reagieren ganz unterschiedlich auf Isolation in der derzeitigen Krisenlage“, erklärt Professor Dr. Klaus-Thomas Kronmüller. Der Ärztliche Leiter des LWL-Klinikums an der Buxelstraße ordnet die Erkrankten in zwei Gruppen ein. „Manche Menschen trifft die Krise mit voller Härte“, so der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Dies seien Menschen, die „vorher schon allein gelebt haben und auch nicht arbeiten konnten“. Patienten mit einer chronischen psychischen Erkrankung gehe es durch die Isolation häufig schlechter. „Aber nicht alle suchen sich Hilfe. Menschen trauen sich zur Zeit nicht unbedingt in Kliniken“, sagt Kronmüller.

Krisendienst registriert mehr Anrufe

Eine Anlaufstelle für diese Menschen könne der Krisendienst sein. „Bei der Hotline gibt es zur Zeit deutlich mehr Nachfragen als vorher“, erklärt Kronmüller. Er gehört zum Vorstand des Krisendienstes. Es gebe aber auch psychisch Erkrankte, die die Situation positiv aufnähmen. „Manche erleben jetzt wieder einen stressfreien Alltag“, so Kronmüller. Sie könnten mental herunterfahren und erführen die Einschränkungen „als Gewinn“. Die Einschränkungen hätten ohne Zweifel drastische Auswirkungen auf den Klinikalltag und das Leben der Erkrankten, so Kronmüller. „Nach den Richtlinien des Robert-Koch-Instituts konnten wir eine Belegung aber aufrecht erhalten.“ Die Patienten hätten sich sehr diszipliniert verhalten, viel Akzeptanz gezeigt und gut mitgemacht, betont er. Aber: „So langsam macht sich Unmut breit, und die Forderung nach Lockerungen wird lauter.“

Vorerst eingeschränkte Besuchszeiten

Aktuell dürfen Patienten mittwochs und freitags zwischen 14 und 18 Uhr Besucher empfangen. Sonntags sind Treffen zwischen 12 und 18 Uhr möglich. Besuche müssen vorher auf der Station angemeldet werden. Am Besuchstag ist der Zugang zum Gelände über den Haupteingang an der Buxelstraße möglich. Bevor das weitläufige Parkgelände betreten werden darf, müssen Besucher ihre persönlichen Daten abgeben. Außerdem ist eine Auskunft über den Gesundheitszustand notwendig. „Das ist besonders wichtig, um eine mögliche Nachverfolgung gewährleisten zu können“, heißt es in der Pressemitteilung der Klinik weiter.

Wendepunkt in der LWL-Klinik

„Wir stehen aktuell vor einem Wendepunkt“, meint Professor Dr. Klaus-Thomas Kronmüller. Der ärztliche Direktor setzte mit seinen Mitarbeitern die Belegung während der Kontaktbeschränkungen stark herunter. Patienten, die dennoch vor Ort waren, hätten das Gelände nicht mehr verlassen dürfen. Auch der Ausgang am Wochenende, der während der Behandlungszeit als Belastungserprobung eingesetzt wird, wurde gestrichen. „Wir können jetzt wieder mehr Menschen aufnehmen und nicht mehr nur die ganz dringenden Fälle.“

Parkgelände bleibt weiterhin nicht zugänglich

Das Klinikgelände steht allerdings nach wie vor nicht allen Menschen offen. Der weitläufige Park, das Wildgehege, die Kirche oder auch die gastronomischen Möglichkeiten sind sonst gerade im Sommer Anziehungspunkt für viele Gütersloher Spaziergänger. „Wir bitten um Ihr Verständnis, dass das Klinikgelände zum Schutz unserer Patienten für Spaziergänger weiter geschlossen bleibt“, so Kronmüller.

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