23.000 Euro Belohnung nach Mord an 16-Jähriger in Gütersloh
Eltern hoffen auf Hinweise

Gütersloh (WB). In einer Juninacht 1993 wurde in Gütersloh die 16-jährige Soldatentochter Christina Menzies getötet. Jetzt haben die in Großbritannien lebenden Eltern und die britische Hilfsorganisation „Crimestoppers” fast 23.000 Euro Belohnung ausgesetzt. Sie nehmen an, dass es Menschen gibt, denen sich der Täter inzwischen offenbart hat oder die andere Hinweise geben können.

Samstag, 13.06.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 13.06.2020, 05:02 Uhr
Christina Menzies wurde 1993 in Gütersloh getötet. Foto:
Christina Menzies wurde 1993 in Gütersloh getötet.

„Für mich ist der Fall eigentlich geklärt“, sagt der pensionierte Kriminalbeamte Ralf Östermann, der vor 27 Jahren an den Ermittlungen beteiligt war. Christina Menzies hatte am 12. Juni 1993 den „Club 47“ besucht, eine Disco auf dem Stützpunkt der Royal Air Force in Gütersloh. Kurz nach Mitternacht verließ sie den Klub durch einen Hinterausgang, dann verlor sich ihre Spur.

Etwa 17 Stunden später wurde die Leiche der 16-Jährigen zehn Kilometer entfernt in Gütersloh-Spexard in der Nähe der Autobahn 2 entdeckt. Die junge Frau war erwürgt worden. Östermann: „Wir haben mit der britischen Polizei etwa 300 Menschen befragt und zuletzt einen britischen Soldaten als Tatverdächtigen ermittelt. Ich meine, mich zu erinnern, dass es eine Faserspur gewesen war, die ihn belastet hatte.“

Weil das Opfer und der mutmaßliche Täter Briten waren, wurde dem Mann der Prozess vor einem britischen Militärgericht in Paderborn gemacht. Das sprach ihn 1993 frei.

Christina Menzies’ Mutter Christine sagt: „Loyalitäten von Menschen können sich im Laufe der Zeit ändern. Wir hoffen sehr, dass jemanden sein Gewissen plagt und er endlich die Wahrheit sagen möchte.“ Vater John Menzies schließt sich dem Appell seiner Frau an: „Wer unserer geliebten Tochter Gerechtigkeit widerfahren lassen kann, sollte sich bitte an die Polizei oder an die Hilfsorganisation Crimestoppers wenden. Dort bleibt seine Anonymität gewahrt.“

Bettbezug gesucht

Die Polizei fragt nach Christina Menzies’ Verbleib zwischen dem Verlassen des „Clubs 47“ gegen Mitternacht und der Entdeckung ihrer Leiche am Sonntag, dem 13. Juni, gegen 16.45 Uhr.

Ein vergleichbares Paar Schuhe der Ermorderten, die verschwunden sind.

Ein vergleichbares Paar Schuhe der Ermorderten, die verschwunden sind.

Verschwunden sind seit dem Verbrechen auch Schuhe der 16-Jährigen mit schwarzem Lederabsatz. Die Polizei veröffentlichte am Freitag ein Foto eines vergleichbaren Paares. Gesucht wird außerdem ein Bettbezug mit dem Design der britische Nationalfahne, der zum Transport der Leiche verwendet und irgendwo entsorgt worden sein könnte.

Vater John Menzies: „Unsere Tochter kam nie nach Hause, und 27 Jahre später haben wir immer noch keine Antworten darauf, was Christina passiert ist und wer es getan hat. Ein Teil unseres Lebens ist weiterhin im Jahr 1993 verhaftet, und wir möchten nun endlich nach vorne sehen.”

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