Gütersloh
Konzept für die Flüchtlingsberatung

Gütersloh (din) - Die Stadt soll die Bezuschussung von zwei Stellen der Flüchtlingsberatung der Diakonie im Umfang von 161 852,71 Euro auch 2021 fortführen. Das schlägt die Stadtverwaltung in einer Vorlage für den Ausschuss für Soziales, Familien und Senioren am Donnerstag, 18. Juni, vor.

Sonntag, 14.06.2020, 15:33 Uhr aktualisiert: 14.06.2020, 16:01 Uhr
Gütersloh: Konzept für die Flüchtlingsberatung

Alle zwei Jahre soll der Bedarf überprüft werden. Zu diesem Zweck soll mit der Diakonie eine Zuwendungsvereinbarung geschlossen werden.

Weil sich die Flüchtlingsberatung der Stadt und der Diakonie weitgehend auf dieselbe Zielgruppe richten, hatte der Ausschuss die Verwaltung im vergangenen Jahr beauftragt, ein Konzept auszuarbeiten. Das hat der zuständige Beigeordnete Henning Matthes jetzt vorgelegt.

Das „Konzept für die Unterbringung und Unterstützung von Geflüchteten in Gütersloh“ definiert Zielgruppen neu, beschreibt die Aufgaben und stellt den Personalbedarf fest. Demnach fallen darunter „alle Personen, die ein Verfahren auf Anerkennung als Asylbewerber, die Gewährung von Flüchtlingseigenschaften oder subsidiären Schutz entweder betreiben oder betrieben haben“. Es wird darüber hinaus von einer Hilfsbedürftigkeit ausgegangen, so lange die Menschen nicht in der Lage sind, „ohne Unterstützung und Hilfe am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben angemessen teilhaben zu können“.

Die Zahl der Geflüchteten, die in städtischen Unterkünften leben, geht weiter zurück. Zum 31. März 2020 betrug sie noch 754 und damit 137 weniger als am Vorjahresstichtag. Allerdings war Gütersloh mit 32 Personen aufnahmepflichtig. Sie sind wegen der Corona-Pandemie nicht gekommen. Bis zum 31. März hat die Stadt insgesamt 2758 Flüchtlinge zugewiesen bekommen. Davon befinden sich noch 279 im laufenden Verfahren. 140 sind ausreisepflichtig. 2339 Menschen haben ein Aufenthaltsrecht. (din)
Zum Leistungskatalog gehören alle administrativen Aufgaben von der Aufnahme bis zur Unterbringung, die Betreuung in den Einrichtungen und die ambulante Betreuung außerhalb sowie soziale Angebote.

Dabei geht die Verwaltung von einem Personalschlüssel von einer Fachkraft je 100 zu betreuender Geflüchteter aus. In NRW gibt es dafür keine Vorgaben. In anderen Bundesländern schwanken die Betreuungsschlüssel zwischen 1:100 (Sachsen-Anhalt) und 1:150 (Bayern). Rechnerisch würden bei 918 zu betreuenden Personen im Mai 9,18 Stellen erforderlich sein.

Tatsächlich gibt es bei der Stadt sieben Stellen, davon eine halbe Stelle für die Parsevalsiedlung, die Ende Juli ausläuft. Außerdem werden die beiden Stellen bei der Diakonie hinzugerechnet. Zusammenfassend hält die Verwaltung den Personalbestand trotz einer geringen rechnerischen Unterdeckung von 0,18 Stellen für „ausreichend“. Perspektivisch wird mit einem Rückgang des Personalbedarfs für die Unterbringung und Unterstützung von geflüchteten Menschen gerechnet. Allerdings „stellt die wachsende Anzahl der ausreisepflichtig in Gütersloh Geflüchteten eine zunehmende Herausforderung dar“, heißt es in der Vorlage.

Auch die Diakonie hat im März ein Konzept für ihre Flüchtlingsberatung vorgelegt. Sie berichtet außerdem über die veränderte Beratungssituation während der Corona-Krise. In der letzten Mai-Woche gab es nach einem Rückgang wieder 23 telefonische und 57 persönliche Beratungen.

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