Gütersloh
Henning Schulz (CDU) will Wege weitergehen

Gütersloh (din) - Auch zwei Gegenstimmen haben Henning Schulz am Mittwoch bei der Wahlversammlung in der Stadthalle nicht aus der Ruhe bringen können. Der 47-Jährige tritt am 13. September erneut für die CDU als Bürgermeisterkandidat an. Er will bewährte Wege weitergehen, wie er ankündigte.

Donnerstag, 18.06.2020, 18:52 Uhr aktualisiert: 18.06.2020, 19:31 Uhr
Gütersloh: Henning Schulz (CDU) will Wege weitergehen

 Größer hätte der Kontrast kaum sein können. Vor fünf Jahren im Spexarder Bauernhaus herrschte drangvolle Enge und Aufbruchstimmung. Am Mittwoch in der Stadthalle galten die strengen Hygiene- und Abstandsauflagen. 52 von 557 stimmberechtigten Mitgliedern waren gekommen. „Die Ereignisse haben sich heute überschlagen“, sagte der Stadtverbandsvorsitzende Ischo Can bei der Begrüßung. „Schön, dass trotzdem so viele gekommen sind.“

Auch Schulz ging auf den Corona-Ausbruch bei Tönnies ein und kritisierte das System der Werkvertragsarbeiter mit tausenden Beschäftigten im Kreis Gütersloh. „Ich bin nicht mehr bereit, das hinzunehmen“, sagte Schulz. Er sprach die sozialen Lasten an, die die Kommunen zu tragen hätten, und er sprach von 500 Kindern, die zu beschulen seien. „Ein Weiter-so kann es nicht geben.“ Schulz sprach frei zu den Mitgliedern, wobei er – auf Abstand bedacht – durch die Reihen flanierte. Vor fünf Jahren hatte er seinen Wahlkampf unter das Motto „Unterwegs für Gütersloh“ gestellt und Schuhe und Rucksack geschnürt. Er wolle mit der CDU Wege weitergehen, sage Schulz jetzt, wobei dies bedeute, zu schauen, wo man stehe, welche Weichen nachgestellt werden müssten und an welcher Stelle „wir neue Wege gehen müssen“.

 Konkret sprach Schulz den Klima- und Ressourcenschutz an. „Das Thema ist nicht vorbei. Es ist genauso aktuell
wie vor einem Jahr“, sagte der 47-Jährige mit Blick auf die Initiative Fridays for Future. „Die jungen Menschen sind auf die Straße gegangen, weil sie klug sind.“ Die CDU stehe zur Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen. „Und das ist nicht diskutabel.“ Bildung werde nicht per se besser durch Tablet-Computer, sagte der Amtsinhaber. „Aber I-Pads führen dazu, dass wir die Chance haben, Dinge neu zu denken“, so Schulz. Die Digitalisierung sei eine riesige Chance und Bildung müsse „breit gedacht werden“. Auch in der Wirtschaft hänge der Erfolg im Kreis Gütersloh davon ab, ob die Transformation gelinge – wie etwa beim Küchenhersteller Nobilia. Einen wichtigen Beitrag dazu leiste auch der Standort der Fachhochschule.

Neu zu denken gelte es auch die Stadtentwicklung, sagte Schulz. Wohnen und Arbeiten in einem Quartier beschrieb er als Modell der kurzen Wege. Bei der Mobilität gelte es zu prüfen, welche Wege zu Fuß, dann mit dem Fahrrad, dann mit dem Bus oder auf dem Weg des Sharings zurückzulegen seien. Die Reaktivierung des Personenverkehrs auf der TWE-Strecke sei ein wichtiges Signal auch für die Stadtteile. Schulz bekam 50 Ja-Stimmen.

Kandidaten für die Gremien aufgestellt

Die Mitgliederversammlung hat die Ratskandidaten für die 22 Gütersloher Wahlbezirke aufgestellt. Alle Kandidaten wurden laut Mitteilung mit mindestens 50 der 52 möglichen Stimmen gewählt. Erneut für die Mitgliedschaft im Stadtrat treten an: Heiner Kollmeyer, Heike Landwehr-Bökenhans, Klaus Engels, Ina Laukötter, Hermann Birkenhake, Georg Hanneforth, Marita Fiekas, Detlev Kahmen, Markus Kottmann, Ischo Can, Ingrid Hollenhorst, Nils Wittenbrink, Raphael Tigges und Andreas Heine. Als neue Kandidaten wurden gewählt: Claudia Zünkeler, Carsten Schnülle, Dr. Aleksandra Klofat, Andreas Kissing, Carsten Rethage, Christoph Benjamin, Katrin Friesicke und Daniel Helmig. Außer der Wahl der Ratskandidaten wurden die Bewerber zur Kreistagswahl vorgeschlagen: Monika Paskarbies, Oliver Krümpelmann, Helen Wiesner, Anja Toppmöller und Peter Wiese möchten ihre Arbeit im Kreistag fortsetzen. Neu unter den Kandidaten sind Maike Doppmeier und Sebastian Kollmeyer.

Der Stadtverbandsvorsitzende Ischo Can sowie der Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Raphael Tigges dankten im Anschluss den Kandidaten für deren Bereitschaft, ihre Freizeit im kommunalpolitischen Ehrenamt für das Wohl der Stadt Gütersloh und den Kreis einzusetzen

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