Vera Keßeler aus Gütersloh ist neue Geschäftsführerin der Böckstiegel-Stiftung
Start vor verschlossener Tür

Werther (WB). Ihren Start als Geschäftsführerin der Böckstiegel-Stiftung hatte sich Vera Keßeler auch anders vorgestellt. Dienstbeginn mitten in der Corona-Zwangspause des Museums: Das hat einiges auf den Kopf gestellt. Aktuell gelte das Bestreben des ganzen Teams, die Wiedereröffnung mit der Böckstiegel-Ausstellung „Dunkle Jahre, voller Farben“ am Sonntag, 10. Juli, bestmöglich vorzubereiten, sagt sie. Alle hoffen, dass der Corona-Ausbruch bei Tönnies Dinge nicht neu ins Wackeln bringt.

Sonntag, 21.06.2020, 07:00 Uhr
Die neue im Museumsteam: Vera Keßeler (39) ist seit Mitte Mai Geschäftsführerin der Böckstiegel-Stiftung. Sie übernimmt in Vollzeit die Aufgaben, die sich bislang Beate Behlert (Geschäftsführung) und Franz Deimel (kaufmännische Leitung) geteilt hatten. Foto: Margit Brand
Die neue im Museumsteam: Vera Keßeler (39) ist seit Mitte Mai Geschäftsführerin der Böckstiegel-Stiftung. Sie übernimmt in Vollzeit die Aufgaben, die sich bislang Beate Behlert (Geschäftsführung) und Franz Deimel (kaufmännische Leitung) geteilt hatten. Foto: Margit Brand

Aber die 39-Jährige sieht auch Positives. „So blieb mir unerwartet viel Zeit, mich in die Materie einzuarbeiten und das Team kennenzulernen.” Mit Franz Deimel, dem in den Ruhestand scheidenden kaufmännischen Leiter, hat sie manche Stunde über den Büchern gehockt. So kann sie heute schon sagen, dass das abrupte Ende der viel gelobten und gerade erst angelaufenen Käthe Kollwitz-Ausstellung im März kein größeres Defizit im Wirtschaftsplan nach sich zieht. „Durch die Kurzarbeit für die Mitarbeiter und die geringeren Betriebs- und Sachkosten des geschlossenen Museums konnte das bislang zum Glück aufgefangen werden.“

Improvisationstalent

Aber Corona fordert weiter das Improvisationstalent heraus. Welche Besucheranzahl ermöglichen die aktuellen Auflagen, wie können Hygiene und Abstand gewährleistet werden? Das Konzept will immer wieder angepasst und die Folge für den praktischen Betrieb durchdacht werden. Mit Sorge blickt auch Keßeler auf die Infektionszahlen: Ob die sonst so engagierten und treuen 60 Ehrenamtlichen, darunter viele Ältere, tatsächlich zur alle Verfügung stehen?

Die Unwägbarkeiten bremsen indes nicht die Freude, mit der Vera Keßeler ihrer neuen Aufgabe entgegen sieht. Die gebürtige Gütersloherin freut sich, dass sie wieder zu ihren Wurzeln zurückkehren konnte. Ihre berufliche Laufbahn begann sie bei der Kreissparkasse Wiedenbrück, zuletzt arbeitete sie als stellvertretende Geschäftsführerin eines Vereins für Pflege- und Gesundheitsberufe in Bonn. Zurück aus dem Rheinland nach Ostwestfalen: Eine enge Verbundenheit mit der Heimat teilt sie ganz klar mit Peter August Böckstiegel.

Mit Oma zu Besuch

Dessen Name war ihr als Gütersloherin natürlich ein Begriff, als sie von der Stellenausschreibung las. Vera Keßeler erinnert sich an einen Besuch als Kind mit den Großeltern in der Arrode. Als sie im Vorfeld ihrer Bewerbung zum ersten Mal nach langer Zeit wieder in Werther war, sei sie erstaunt gewesen: „Was hier aufgebaut wurde, ist bemerkenswert”, zollt sie ihren neuen Kollegen Respekt. Und fügt hinzu: „Wenn man das Museum betreten hat, wähnt man sich gar nicht mehr in Werther“, ist sie überzeugt, dass das kleine Haus den Vergleich mit großen Namen nicht scheuen muss.

Ihr neues Büro hat sie – neben einem Zweitsitz im Kreishaus in Gütersloh – im roten Böckstiegel-Haus bezogen, den modernen Museumsbau bestens im Blick. Bald soll da wieder Leben einkehren. Wichtige Fracht aus Kanada ist schon eingetroffen. Es ist die Installation „Fractured Legacy“ der jüdischen Künstlerin Mia Weinberg, die die nächste Böckstiegel-Ausstellung ergänzt. Diese widmet sich inhaltlich dem Thema Böckstiegel und Nationalsozialismus.

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