Ein Kommentar zur Corona-Lage im Kreis Gütersloh
Den Krisenmanagern helfen

Die Corona-Krise hat schon viele einschneidende und auch bedrückende Momente beschert. Doch den Corona-Blitzeinschlag, der in dieser Woche quasi vor unserer Haustür eingeschlagen hat, werden viele Menschen hier so schnell nicht vergessen. Was bei Tönnies passieren konnte, ist in der Dimension so unfassbar, dass der Zorn über die offenkundig unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen im Betrieb nur allzu verständlich sowie die Forderung nach Konsequenzen sehr berechtigt ist. So etwas darf sich nie wiederholen.

Samstag, 20.06.2020, 05:38 Uhr aktualisiert: 20.06.2020, 05:42 Uhr
In der Kreisverwaltung in Gütersloh tagt auch der Corona-Krisenstab. Foto:Kreis Gütersloh
In der Kreisverwaltung in Gütersloh tagt auch der Corona-Krisenstab.

Mancher surft hoch auf der Empörungswelle

Und dennoch erscheint es jetzt auch ratsam, dass die allgemeine Aufregung nicht überschießt und im Blick bleibt, was Mitarbeiter von Kreis und Kommunen in dieser Sonderkrise nun alles leisten müssen, um die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Diese wichtige Arbeit verdient im Sinne der Sache unser aller Unterstützung. Und dazu gehört auch ein gewisses Grundvertrauen in die Integrität und das Verantwortungsbewusstsein von Akteuren in den Behörden. Nur so und im Grunde gemeinsam bewältigt man Krisen.

Dazu aber passt gerade nicht, wenn die Vorgänge jetzt politisch benutzt werden, um die bislang noch ruhende Wahlkampf-Maschine nun so richtig anzuwerfen. Manch einer surft dabei besonders hoch auf der Empörungswelle, um ein paar Extrapunkte in Richtung 13. September zu machen. Das alles geht auf Kosten der Krisenmanager, die wir gerade jetzt für erfolgreiche Gegenmaßnahmen dringend brauchen.

 

Mehr Unterstützung für Ferienbetreuung nötig

Krisenmanager im Kleinen sind übrigens seit Monaten die vielen Mütter und Väter, die unter Aufbringung höchster Kraft- und Nervenanstrengung ihre Kinder durch die Corona-Zeit bringen und dabei oft genug schon ihren Urlaub aufgebraucht haben. Dass all die sich über die vom Kreis verfügte abermalige Schließung von Schulen und Kitas ärgern, ist verständlich. Doch letztlich vernünftig ist die Sicherheitsmaßnahme am Ende wohl doch.

Streitbar jedoch sollten sich diese (arbeitenden) Eltern mit ihrer Forderung nach mehr Betreuungsangeboten in den langen Sommerferien zeigen. Jetzt, da Ferienspiele abgesagt und Freizeiten gecancelt sind, ist es nicht in Ordnung, wenn Eltern mit diesem Problem allein gelassen werden. Hier sollte, hier muss kommunale Politik handeln.

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