Gütersloh
„Night of Light“ als flammender Appell

Gütersloh (gh) -  In der Nacht vom 22. auf den 23. Juni werden zahlreiche Gebäude und Plätze in Gütersloh in rotem Licht erstrahlen. Damit sind sie Teil der bundesweiten Aktion „Night of Light“. Ab 22 Uhr werden unter anderem Stadthalle und Theater,  Volkshochschule und  Stadtbibliothek beleuchtet.

Samstag, 20.06.2020, 15:06 Uhr aktualisiert: 20.06.2020, 15:31 Uhr
Gütersloh: „Night of Light“ als flammender Appell

 Ziel der Aktion ist es, auf die existenzbedrohende Situation der Veranstaltungswirtschaft durch die Corona-Krise aufmerksam zu machen. Nicht von ungefähr beteiligt sich auch der Gütersloher Michael Grohe als Selbstständiger in der Event-Branche an der „Night of Light“.

Seit Mitte März ist die Kultur- und Veranstaltungsbranche von Ausfällen geplagt, womit vielfach die Arbeitsgrundlage weggebrochen ist. Viele Arbeitsplätze seien bedroht, sagt Grohe. „Ich habe 90 Prozent Umsatzausfall. Diese Aktion soll ein Alarmsignal sein, denn es hapert an Hilfspaketen.“
Hintergrund:
Initiiert wurde die „Night of Light“ von der LK-Live- und Markenkommunikations-AG Essen. Die Durchführung erfolgt in Kooperation mit der Initiative für die Veranstaltungswirtschaft. Den Machern geht es um eine stärkere Wahrnehmung der von der Corona-Krise in ihrer Existenz bedrohten Branche. Anders als im produzierenden Gewerbe kann sie nämlich weggefallene Umsätze nicht mehr nachholen. Durch das vorläufige Verbot von Großveranstaltungen bis Oktober und einem danach folgenden Vorlauf zur Planung von Veranstaltungen kämpft die Branche mit 80 bis 100 Prozent Umsatzausfall über einen Zeitraum von acht Monaten. Damit drohen einem der größten Sektoren der deutschen Wirtschaft mit mehr als einer Million Beschäftigten, zahlreiche Insolvenzen. Mehr als 250 Städte beteiligen sich an der „Night of Light“. 
Derzeit sei es kaum möglich, etwas zu planen, denn die Sicherheitsvorgaben würden sich stetig ändern. „Einige Kollegen tüfteln an Ideen für September. Doch was dann ist, ist auch noch nicht klar.“ Nun wurde das Verbot für Großveranstaltungen sogar bis Oktober verlängert. Michael Grohe hat zwar Soforthilfen erhalten, doch diese seien für drei Monate vorgesehen gewesen. „Und die sind rum“, sagt der Gütersloher.

An der Lichteraktion am kommenden Montag ist Grohe mit zwei Objekten vertreten. Auf dem Dreiecksplatz – am Eiscafé Pink Pinguin und an der Musikgalerie – möchte er jeweils eine Litfaßsäule mit Plakaten seiner abgesagten Veranstaltungen illuminieren. Am Parkbad hat der freischaffende Künstler und Mediendesigner zudem den drei Meter hohen Sprungturm mit roten Lichtschläuchen eingewickelt. Auch sie sollen in der Night of Light auf die Misere der Veranstalter hinweisen. „Der Rettungsring am Turm wird passend zum Thema in Szene gesetzt“, verspricht Grohe. Da das Parkbad um 22 Uhr schließt, wird es allerdings nur ein kurzes Aufleuchten geben.

 Weil es derzeit keine Umsätze gibt, setzt Grohe seine Projekte aktuell ehrenamtlich und somit unentgeltlich um. Dazu zählten in den vergangenen Wochen seine Schaufensterausstellungen „Gütsel-Stones hinter Glas“ oder die Aktion „Flips und Flops“. „Das funktioniert aber nicht lange so“, betont Grohe. Der Aufwand bei der Planung sei deutlich höher als die Besucherzahlen. „Dennoch muss man in dieser Brache ein Optimist sein, sonst geht es nicht“, sagt Grohe, der seit 2001 selbstständig tätig ist und viele Jahre das Programm für die Weberei und regionale Festivals mitorganisiert hat. Den Tag der Aktion findet der Gütersloher allerdings nicht gut gewählt: An einem Wochenende würde es mehr Aufmerksamkeit erlangen, ist sich Michael Grohe sicher.

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