Gütersloh
Wie geht es weiter mit Karstadt?

Gütersloh (sib) - Der Schock sitzt immer noch tief. Seit Freitag ist bekannt, dass die Gütersloher Karstadt-Filiale schließen soll. Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses haben am Montag ihren Unmut darüber ausgedrückt. CDU und SPD drängen auf Lösungen, um die Situation zu bewerkstelligen.

Montag, 22.06.2020, 20:59 Uhr aktualisiert: 22.06.2020, 21:16 Uhr
Gütersloh: Wie geht es weiter mit Karstadt?

Die Sozialdemokraten schlugen den Ausschussmitgliedern eine Resolution vor. Die Stadt solle mit der Karstadt-Unternehmensführung in Kontakt treten und im Zuge des bestehenden Rettungsschirmverfahrens auf den Erhalt der Gütersloher Filiale zu drängen.

Mitarbeiter fühlen sich alleingelassen

Gemeinsam mit den weiteren betroffenen Städten – unter anderem soll die Filiale in Bielefeld schließen – solle auch die Landesregierung ins Boot geholt werden. Volker Richter (SPD): „Wir glauben, dass wir jetzt vor allem an der Seite der Mitarbeiter stehen müssen.“ Die fühlten sich alleingelassen. Man solle Solidarität zeigen.

Der Meinung waren auch Heiner Kollmeyer (CDU). Er betonte aber auch: „Wir sollten den Mitarbeitern und der Bevölkerung keinen Sand in die Augen streuen. Karstadt hat lange beraten. Und ich glaube nicht, dass wir es schaffen, diese wohlüberlegte Entscheidung dieses Mega-Konzerns umzustimmen.“ Nachdem auch die anderen Fraktionen zustimmten, entschied sich die SPD – im Sinne des gemeinsamen, positiven Signals –, ihre Resolution zurückzuziehen.

Quartier soll in seiner Gesamtheit betrachtet werden

Die CDU fragte derweil nach Überlegungen für den – aktuell sehr wahrscheinlichen – Fall, dass ein Fortbestand des Gütersloher Kaufhauses nicht gesichert werden kann. Die Christdemokraten wollten wissen, wie es um die Zukunftsfähigkeit des zentralen Standorts am Berliner Platz steht und wie eine sinnvolle Nachnutzung aussehen könnte. Bürgermeister Henning Schulz: „Wir sollten mit dem Eigentümer sprechen, uns ausführlich Gedanken machen. Dabei ist es wichtig, keine Schranken im Kopf zu haben.“

Für die Zukunft solle das Karstadt-Gebäude und der umliegende Bereich – Parkhaus, Spiekergasse, Berliner Platz – als gemeinsames Quartier in den Blick genommen und bewertet werden. Für den Moment müsse man schauen, wie sich die Lage im Oktober, wenn Karstadt seine Türen schließt, tatsächlich darstellt, und dann weiterdenken.

Kommentare

Paul  schrieb: 23.06.2020 06:54
Bitte sofort handeln
Kaufhäuser symbolisierten das 20., sogar 19. Jahrhundert, dann sofort abreißen, und auf dem Grundstück ein Ökoviertel bauen : Die Kaufkraft und der Bedarf sind da . Wenn wir "keine Schranken im Kopf haben", sollten wir das Gegenteil der Kasernen machen: Nicht ohne Konzept über Jahre zögern, obwohl wir dringend Wohnunterkünfte und Grundstücke für Unternehmen brauchen.
1 Kommentare
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