Im Kreis Warendorf hingegen laufen die besonderen Vorsichtsmaßnahmen aus
Lockdown: Verlängerung um eine Woche im Kreis Gütersloh

Düsseldorf (WB/dpa). Der Corona-Lockdown im Kreis Gütersloh wird um eine Woche bis zum 7. Juli verlängert. Das kündigte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Montagnachmittag an.

Montag, 29.06.2020, 14:53 Uhr aktualisiert: 29.06.2020, 17:56 Uhr
Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Foto: Federico Gambarini/dpa (Archiv)
Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Foto: Federico Gambarini/dpa (Archiv)

Im Kreis Warendorf hingegen laufen die besonderen Vorsichtsmaßnahmen um 0 Uhr in der Nacht zu Mittwoch aus.

Güterslohs Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) sagte: „Die Zahlen sind, wie sie sind. Es ist folgerichtig, dass wir uns im Kreis Gütersloh noch etwas gedulden müssen.“

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) schlug vor, die Gültigkeit der Coronaschutzverordnung für das ganze Land um zwei Wochen zu verlängern.

Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Gütersloh laut RKI mit 112,6 deutlich über 50

Das Robert-Koch-Institut hatte in der Nacht zu Montag neue Zahlen zur sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz veröffentlicht. Demnach liegt die im Kreis Gütersloh die Kennziffer der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage noch deutlich über der Marke von 50. Demnach setzte sich nach sehr hohen Werten durch den Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies der Abwärtstrend fort. Laut den jüngsten RKI-Daten betrug dieser Wert im Kreis Gütersloh nun 112,6 nach zuvor 132,9 am Sonntag und 164,2 am Samstag. Am Dienstag hatte dieser Wert noch 270,2 betragen.

Der Kreis Gütersloh ist nach den RKI-Zahlen weiterhin der einzige Kreis in ganz Deutschland oberhalb der wichtigen Marke von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage. Hintergrund ist der massive Ausbruch des Coronavirus beim Fleischwerk von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück in dem Kreis. Der seit Mittwoch geltende regionale Lockdown war bisher bis zum 30. Juni befristet.

Im Kreis Warendorf, in dem ebenfalls viele Tönnies-Mitarbeiter wohnen, war die wichtige Kennziffer für die Pandemie-Bekämpfung schon am Freitag mit 47,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen unter die wichtige Marke von 50 gefallen. Nach Daten von Montag liegt der Wert aktuell bei 22,0 Fällen.

Laschet zufolge ist nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies das Virus nach Einschätzung der NRW-Landesregierung kaum auf die sonstige Bevölkerung übergesprungen. Wenn man die Tönnies-Beschäftigten herausrechne, habe die Kennziffer der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage im Kreis Gütersloh bei 22,5 gelegen. Im Nachbarkreis Warendorf lag sie - ebenfalls die Tönnies-Beschäftigten herausgerechnet - bei 5,4. «Die Ergebnisse stimmen zuversichtlich», sagte der Ministerpräsident.

Gesundheitsminister Laumann beurteilte die Corona-Lage in Nordrhein-Westfalen trotz des massiven Ausbruchs bei Tönnies optimistisch. Die Lage sei so gut „wie es sich vor Wochen keiner vorstellen konnte», sagte er. In NRW gebe es aktuell noch 3881 Infizierte. Von ihnen seien 232 im Krankenhaus, 75 würden auf einer Intensivstation behandelt. Es werde aber immer wieder ein Aufflammen der Pandemie „an der einen oder anderen Stelle“ geben, warnte Laumann. Deshalb sei es wichtig, dass bei Infektionen die Nachverfolgung der Kontaktpersonen funktioniere.

Anfeindungen verurteilt

In der Pressekonferenz am Montag ging es auch um Anfeindungen, denen Menschen aus dem Kreis Gütersloh sich zuletzt ausgesetzt sahen . Die Politiker verurteilten solche Vorgänge.

Derweil hat das Oberverwaltungsgericht des Landes Nordrhein-Westfalen in Münster entschieden, dass der derzeit eingeschränkt geltende Lockdown im Kreis Gütersloh rechtmäßig ist .

Bei den für die Landkreise anfallenden Kosten für die Tests der Bevölkerung äußerte sich der Warendorfer Landrat an der Seite von Laschet eindeutig. „Alle Kosten, die nicht von Dritten übernommen werden und die sonst bei der Kreisverwaltung hängen bleiben würden, die packe ich in einen großen Umschlag und schicke ihn nach Rheda-Wiedenbrück“, sagte Olaf Gericke (CDU). In Rheda-Wiedenbrück sitzt die Firmenzentrale von Tönnies.

Noch kein Termin für Tönnies-Wiedereröffnung

Ein Termin für die Wiedereröffnung des Tönnies-Schlachthofs ist unterdessen nicht absehbar. Das machte der Gütersloher Landrat Adenauer deutlich. Man werde den Betrieb erst wieder erlauben, wenn keine Gefährdung für die Bevölkerung mehr ausgehe. Die Firma Tönnies habe bis dahin noch «viele Hausaufgaben zu erledigen», sagte Adenauer.

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7473245?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516079%2F
„Ein rabenschwarzer Tag für Bielefeld“
Die Bahnhofstraße am Samstagnachmittag: Viele Menschen waren unterwegs, aber deutlich weniger als am „Black Friday“, dem Tag der Schnäppchenjäger.
Nachrichten-Ticker