Gütersloh
Einvernehmliche Lösung fürs „Babylon“

Gütersloh (dop) - Knapp vor Ablauf der Frist haben sie sich am Montagnachmittag mit ihren Anwälten getroffen. Im Vorfeld hatte Morris Dal, der zusammen mit seiner Frau Besna seit 24 Jahren das Grill-Restaurant „Babylon“ an der Ecke Strenger- und Kaiserstraße betreibt, noch deutliche Worte gefunden.

Dienstag, 30.06.2020, 19:58 Uhr aktualisiert: 30.06.2020, 20:16 Uhr
Gütersloh: Einvernehmliche Lösung fürs „Babylon“

„Ich gehe bis zum Europäischen Gerichtshof, wenn wir tatsächlich zumachen müssen“, sagte Dal. Nach dem Treffen mit Immobilien-Unternehmer Peter Oesterhelweg, der – wie berichtet – das Gebäude mit dem „Babylon“ abreißen will und dort einen Neubau plant, teilte Dals Rechtsanwalt Matthias Dombrowe lediglich mit, dass die beiden Parteien eine „einvernehmliche Lösung“ gefunden hätten. Wie genau die aussieht, darüber wollte sich der Gastronom nicht näher äußern. Und auch von Oesterhelweg gab es keine Informationen, er war auf Anfrage nicht erreichbar.

Fakt ist, dass das „Babylon“ gestern Abend schließend sollte. Das Inventar wird jetzt ausgeräumt und in einer angemieteten Garage zwischengelagert. Denn die Dals wollen auf jeden Fall und „am liebsten irgendwo im Innenstadtbereich“ erneut ein Grill-Restaurant aufmachen. „Wir suchen etwa 150 Quadratmeter“, sagte der Gastronom im Gespräch mit dieser Zeitung, Am Montag, 6. Juli, muss er die Schlüssel vom „Babylon“ endgültig abgeben.

Aller Voraussicht nach, so glaubt Dal, werde Oesterhelweg gleich danach mit dem Abbruch des Gebäudes beginnen. Nach Aussage der Stadt sind Abbrüche seit vergangenem Jahr nicht mehr genehmigungspflichtig, sondern müssen nur gemeldet werden. Die entsprechende Anzeige seitens Oesterhelwegs sei bereits ordnungsgemäß erfolgt, hieß es auf Nachfrage.

Anfang Februar 2019 hatten die Pächter erfahren, dass sie das Haus gegenüber vom Bahnhof zum 30. Juni 2020 räumen müssten. Die Dals hatten damals noch gehofft, dass sie mit neuer Gastronomie in den Neubau mit einziehen könnten – gern auch mit einem Biergarten im Innenhof – und hatten entsprechendes Interesse am Großteil des Erdgeschosses bekundet. Schriftlich fixiert wurde das allerdings nicht.

Ende Januar dieses Jahres habe Oesterhelweg dann erklärt, dass er Gastronomie für den Neubau ausschließe und einem Dienstleister den Vorrang gebe. Ob es sich dabei um die Post oder Postbank handelt, wie bereits spekuliert wurde, ließ er offen. Ende März schickte er den Dals fristgerecht die Kündigung. Die sechs im „Babylon“ beschäftigten Familienmitglieder und elf weitere Mitarbeiter werden sich vorerst arbeitslos melden.

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