NRW lockert Vorschriften für Besuche – Kritik in Bezug auf das Kreisgebiet Gütersloh
Neue Corona-Regeln in Pflegeheimen

Bielefeld/Gütersloh (WB). In Nordrhein-Westfalen gelten von heute an in den Einrichtungen für stationäre Kurzzeit- und Dauerpflege neue Regeln für Besucher und Bewohner. Damit werden die Besuchszeiten vielerorts deutlich ausgeweitet. Kritik gibt es daran, dass die meisten gelockerten Vorschriften auch im von Corona schwer belasteten Kreis Gütersloh gelten.

Mittwoch, 01.07.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 01.07.2020, 10:40 Uhr
Eine Bewohnerin sitzt im Außenbereich eines Altenzentrums einer Besucherin Julia Wilms getrennt durch eine Plexiglasscheibe gegenüber (Symbolbild). Foto: Swen Pförtner/dpa
Eine Bewohnerin sitzt im Außenbereich eines Altenzentrums einer Besucherin Julia Wilms getrennt durch eine Plexiglasscheibe gegenüber (Symbolbild). Foto: Swen Pförtner/dpa

Zeiten

Jeder Bewohner kann jetzt täglich Besuch bekommen, und zwar vormittags, nachmittags, an Wochenenden und Feiertagen. Die Begrenzung eines Besuchs auf weniger als eine Stunde ist verboten.

Besucher

Jeder Heimbewohner kann bis zu zwei Besuche am Tag bekommen. Bei jedem Besuch dürfen zwei Gäste kommen, wenn das Treffen im Heim stattfindet; draußen jeweils vier Besucher.

Vorbereitung

Gäste müssen bei ihrem Besuch Fragen zu Erkältungssymptomen und anderen Dingen nach Vorgaben des Robert-Koch-Instituts beantworten und eine Temperaturmessung hinnehmen. Außerdem werden ihre Kontaktdaten notiert.

Kontakt

Der Besuch und der Heimbewohner müssen sich die Hände desinfizieren und 1,5 Meter Abstand halten. Wer eine Mund-Nase-Maske trägt, braucht den Abstand nicht einzuhalten. Dann sind auch körperliche Berührungen wie Umarmungen erlaubt. Danach ist wieder eine Händedesinfektion vorgeschrieben.

Privatsphäre

Die Besuche dürfen jetzt in den Zimmern der Bewohner stattfinden und müssen nicht überwacht werden. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) setzt darauf, dass die Gäste und die Bewohner sich trotzdem an die Hygienevorschriften halten.

Dr. Bodo de Vries, Vize-Vorsitzender des Bielefelder Johanneswerks, begrüßt die Lockerungen: „Die Menschen haben ein Recht auf Kontakte.” Allerdings sieht er es kritisch, dass die Lockerungen auch im Kreis Gütersloh gelten, wo das Johanneswerk drei Altenheime betreibt. Denn der Kreis hat weiterhin die höchste Infektionsrate Deutschlands. Die Kreisverwaltung hatte deshalb im NRW-Gesundheitsministerium nachgefragt und die Antwort bekommen, dass man trotz des regionalen Lockdowns keinen Grund sehe, die Heime im Kreis Gütersloh von den Lockerungen auszunehmen. Das Ministerium forderte die Kreisverwaltung sogar auf, gegen Träger vorzugehen, die die Lockerungen nicht umsetzen.

Am Dienstag teilte das Gesundheitsministerium nun mit, dass man die Erlaubnis für Besuche auf den Zimmern im Kreis Gütersloh bis zum 7. Juli aussetze.

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