Gütersloh
Der Weberei fehlen wichtige Einnahmen

Gütersloh (lw) - „Der zweite Lockdown hat uns besonders hart getroffen“, sagt Weberei-Chef Steffen Böning. Man habe gerade wieder mit Veranstaltungen anfangen wollen. Dann sei alles schon wieder weggebrochen. „Wir wollen aber gar nicht unser Leid klagen“, betont Böning.

Donnerstag, 02.07.2020, 20:31 Uhr aktualisiert: 02.07.2020, 22:16 Uhr
Gütersloh: Der Weberei fehlen wichtige Einnahmen

Vielmehr wolle man auf das aufmerksam machen, was man gerade anbieten könne – zum Beispiel den Biergarten.

Für viele Aushilfskräfte gibt es derzeit keine Beschäftigung

20 Festangestellte arbeiten bei der Weberei. Viele von ihnen seien derzeit in Kurzarbeit, sagt der Weberei-Chef. Härter trifft es momentan allerdings die insgesamt gut 80 Aushilfskräfte. Studenten, Schüler, et cetera – sie sind geringfügig beschäftigt und können daher kein Kurzarbeitergeld bekommen. „Ein paar von ihnen helfen in der Gastronomie aus“, sagt Böning. Für viele gebe es aber derzeit keine Beschäftigung.

Im Online-Bereich „kann man kein Geld verdienen“

Denn die Haupteinnahmequellen – Partys im Club, private Feiern und Firmenveranstaltungen – liegen momentan brach. Nach dem ersten Lockdown im März seien gerade wieder „zarte Pflänzchen“ an Live-Veranstaltungen gewachsen, so der Weberei-Chef. Kindertheater und ein Flohmarkt hätten unter strengen Hygiene-Regelungen stattfinden können. Jetzt müsse man sich wieder auf die digitale Welt konzentrieren – zumindest im kulturellen Bereich.

„Damit kann man aber kein Geld verdienen“, sagt Böning. Abgesehen von ein paar Spenden würden die Menschen für Online-Angebote nichts zahlen.

Blick in die Glaskugel ist schier unmöglich

Aber wie soll es dann künftig weitergehen mit der Weberei, wenn die Einnahmen fehlen? „Wir sind in Gesprächen mit der Stadt und der Bezirksregierung. Ich hoffe, dass solchen Zentren wie der Weberei Sorge getragen wird“, sagt Böning und klingt dabei zuversichtlich, dass man so irgendwie über die Runden kommen könne.

Einen Blick in die Glaskugel will auch Andreas Oehme nicht werfen. „Keiner weiß, wie sich das Ganze in Herbst und Winter entwickelt“, sagt der Bürgerkiez-Gastronomie-Chef. Man müsse punktuell schauen, was man anbieten könne.

Bedienung an den Tischen fällt weg

Beispielsweise wäre es unwirtschaftlich, derzeit das Bistro voll zu öffnen. Stattdessen hat der Biergarten an sonnigen Tagen ab 17 Uhr geöffnet. Infos dazu werden über die Social-Media-Kanäle bekanntgegeben. Speisen und Getränke gibt es nur an dem Büdchen. Die Bedienung an den Tischen fällt weg. So will man den Schutzmaßnahmen Rechnung tragen.

„Wenn wir das Bistro jeden Tag öffnen würden, würde uns das mehr kosten als wir einnehmen würden“, sagt Oehme. Er hoffe, dass sich der Biergarten dann allmählich wieder zu einem Treffpunkt etabliert, zu einem Ausflugsort, zum einem Ort der Begegnung. „Wir wollen langsam wieder in die analoge Welt zurückkehren“, sagt Oehme.

Hintergrund

Während die Haupteinnahmequellen der Weberei beim ersten und nun beim zweiten Lockdown wegfielen und -fallen, konnte zumindest die kulturelle Arbeit fortgeführt werden – allerdings digital. Es gab und gibt virtuelle Bürgerdialoge, eine Pkw-Bühne und Lesungen per Stream. Das soll auch weiterhin bestehen bleiben. „Die Künstler wollen das auch“, berichtet Weberei-Mitarbeiterin Jana Felmet von Anfragen. Dabei könne kein Künstler von dem Online-Angebot leben, macht Weberei-Chef Böning klar.

Man hatte auch wieder Live-Veranstaltungen mit bis zu 100 Besuchern geplant und ein Hygiene-Konzept erarbeitet. Dann sei der zweite Lockdown gekommen. Dennoch gibt es Pläne und Termine – „alles selbstverständlich unter Vorbehalt“, sagt Jana Felmet. Bis die Weberei allerdings wieder unter Volllast fährt, wird es wohl noch eine Weile dauern. Bis dahin wolle man punktuell Angebote durchführen, wenn es die Situation zulasse, so Böning.

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