Töpferstraße in Gütersloh wird zur Quarantäne-Einrichtung – Häuser werden durch Zäune getrennt
Krisenstab mietet Wohnsiedlung für positiv getestete Tönnies-Mitarbeiter an

Gütersloh (WB). Die Stadt und der Kreis Gütersloh haben mit einem Anschreiben die Nachbarn der Wohnsiedlung Töpferstraße informiert, dass der Krisenstab dort plant, neu positiv getestete Beschäftigte der Firma Tönnies beziehungsweise deren Haushaltsangehörige unterzubringen.

Freitag, 03.07.2020, 15:04 Uhr aktualisiert: 03.07.2020, 15:40 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa
Symbolbild. Foto: dpa

Nur so lasse sich laut der Kreisverwaltung die Infektionskette unterbrechen. Der Kreis Gütersloh miete die Wohnsiedlung vorübergehend von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) an. Der Krisenstab habe die Bezirksregierung Detmold um Amtshilfe gebeten, Räumlichkeiten für diese Personengruppe zu finden, und entsprechend mit der BIMA zu verhandeln. Ganz wichtig sei: „Das ist eine Lösung, die nicht von Dauer ist. Sobald die Krise vorbei ist, endet der Mietvertrag“, heißt es vom Kreis.

Siedlung bietet geeignete Voraussetzungen

„Die Entscheidung für diese Siedlung erfolgte, weil hier – im Gegensatz zu Kasernengebäuden auf dem Flughafen oder an der Verler Straße – die Voraussetzungen für eine kurzfristige Inbetriebnahme bestanden“, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung. Die Kasernengebäude seien bereits zu Beginn der Pandemie für verschiedene Zwecke in den Blick genommen worden, kämen aber wegen fehlender oder schlechter Infrastruktur nicht in Frage.

Die Unterbringung der positiv getesteten Personen sei auf den jeweiligen Quarantänezeitraum begrenzt. Da die allermeisten positiv Getesteten keine Symptome hätten, sei davon auszugehen, dass die meisten nach 14 Tagen die Töpferstraße wieder verlassen könnten.

Hygiene- und Sicherheitskonzept erarbeitet

Die Bezirksregierung hat in den vergangenen Tagen zusammen mit dem Technischen Hilfswerk die Voraussetzungen geschaffen, damit Menschen während der Quarantänezeit dort wohnen können. Letzte Einrichtungsgegenstände müssen noch besorgt werden. Für die Siedlung gibt es ein Hygiene- und Sicherheitskonzept.

Die Bewohner würden während der Quarantänezeit dort auch weiterhin durch die mobilen Teams betreut. Den Betrieb dieser „Quarantäneeinrichtung“ übernimmt der Kreis Gütersloh. Um bereits vorab geäußerten Sorgen Rechnung zu tragen, sollen die Gärten der Häuser an der Töpferstraße zu den Nachbargrundstücken mit einem Bauzaun abgetrennt werden, teilt die Verwaltung mit.

Die Maßnahme, positiv getestete Personen aus beengten Wohnverhältnissen herauszunehmen, diene – wie alle anderen in den vergangenen Wochen getroffenen Maßnahmen – dazu, eine Verbreitung des Corona-Virus begrenzt zu halten. In erster Linie gelte es aber auch, Menschen nach einem positiven Corona-Test in der Quarantäne zu helfen. Auch für sie sei dieser temporäre Umzug eine weitere Belastung. Da sich die Bewohner während dieser Zeit, – wie jeder andere unter Quarantäne Stehende, – nur im Haus und dem jeweils dazu gehörenden Garten aufhalten dürfen, müsse niemand Sorge vor erhöhter Ansteckungsgefahr haben.

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