Bertelsmanns Drucksparte leidet unter Corona-Krise: Stammhaus in Gütersloh und Buchbinderei Probind in Harsewinkel-Marienfeld betroffen
Mohn Media baut 470 Jobs ab

Gütersloh (WB).  Die Drucksparte des Medienkonzerns Bertelsmann bekommt die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie immer mehr zu spüren. Am Dienstag teilte der Konzern in Gütersloh mit, dass bei der Großdruckerei Mohn Media „innerhalb der nächsten Jahre“ 470 der fast 2000 Stellen sozialverträglich abgebaut werden. Betroffen sei das Stammhaus in Gütersloh und die Buchbinderei Probind in Harsewinkel-Marienfeld.

Dienstag, 11.08.2020, 15:59 Uhr aktualisiert: 11.08.2020, 19:06 Uhr
Symbolbild. Foto: Wolfgang Wotke
Symbolbild. Foto: Wolfgang Wotke

Zugleich wurde die Modernisierungsstrategie „3M“ – Modernisierung Mohn Media – angekündigt. Vorgesehen seien Investitionen in IT, neue Technologien und die Erweiterung des Maschinenparks. Dies Maßnahmen sollen zeitnah umgesetzt werden. Ziel sei es, die Wachstumsgeschäfte des Unternehmens weiter zu stärken und die Kosten in rückläufigen Marktbereichen zu senken.

Dirk Kemmerer, Vorstandschef der Bertelsmann Printing Group und Vorsitzender der Geschäftsführung von Mohn Media

Dirk Kemmerer, Vorstandschef der Bertelsmann Printing Group und Vorsitzender der Geschäftsführung von Mohn Media Foto: Kai Uwe Oesterhelweg

Hintergrund der geplanten Maßnahmen sei die bereits seit einigen Jahren herausfordernde Situation auf den für Mohn Media relevanten Druckmärkten, die sich 2019 weiter zugespitzt habe. Vor allem aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung seien Auflagen und Umfänge in fast allen Produktgruppen – von Katalogen über Zeitschriften bis hin zu Telefon- und Verlagsbüchern – stark rückläufig. Zudem gebe es einen zunehmenden Preisverfall in der gesamten Branche. Im Zuge der Corona-Pandemie habe sich die Gesamtsituation nochmals deutlich beschleunigt. Von April bis Juni sei die Produktionsleistung von Mohn Media nochmals deutlich zurückgegangen.

„Partnerschaftliche Abstimmung mit dem Betriebsrat“ angekündigt

Für Dirk Kemmerer, Vorstandschef der Bertelsmann Printing Group und Vorsitzender der Geschäftsführung von Mohn Media, geht es nun darum, „das Unternehmen so aufzustellen, dass es gesund aus der Krise hervorgehen und langfristig erfolgreich und wettbewerbsfähig am Markt bestehen kann“.

Das Managementteam sei „fest entschlossen, die sozialen Auswirkungen der notwendigen Anpassungen auf ein Minimumzu begrenzen. Dies wollen und werden wir in enger und partnerschaftlicher Abstimmung mit dem Betriebsrat und der gesamten Belegschaft tun.“

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