Stimmabgabe in Corona-Zeiten: Kreis Gütersloh hat ein ausgeklügeltes Konzept entwickelt
Im Kreisverkehr durchs Wahllokal

Gütersloh (dpa). Bei den Kommunalwahlen am 13, September wird in den Wahllokalen dieses Mal einiges anders sein als sonst. Wegen der Corona-Pandemie feilen die Kommunen seit Wochen an den Hygienekonzepten. Ein besonders ausgeklügeltes System hat sich der Kreis Gütersloh überlegt.

Sonntag, 16.08.2020, 07:26 Uhr aktualisiert: 16.08.2020, 07:30 Uhr
Damit bei den Kommunalwahlen im September die Hygieneregeln eingehalten werden können, haben die Kommunen in NRW besondere Konzepte entwickelt. Foto: dpa
Damit bei den Kommunalwahlen im September die Hygieneregeln eingehalten werden können, haben die Kommunen in NRW besondere Konzepte entwickelt. Foto: dpa

Einbahnstraßen, eigene Stifte und natürlich Abstand: Für die Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen am 13. September haben viele Städte und Kreise inzwischen umfangreiche Corona-Hygienekonzepte erarbeitet. Auch der Kreis Gütersloh: Demnach sollen die Wähler in einer Art Kreisverkehr durch das Wahllokal geleitet werden. Dieses „Muster-Hygienekonzept“ diene als Orientierung für die kreisangehörigen Gemeinden, sagte der stellvertretende Kreiswahlleiter Michael Hellweg.

„In der Mitte des Raumes gibt es eine aus Tischen gebaute Insel, in der die drei Wahlhelfer sitzen“, erläuterte Hellweg, der sich das Konzept ausgedacht hat. „Einer von ihnen sitzt hinter einer Plexiglasscheibe und empfängt am ‚Frontoffice‘ den Wähler. Die anderen beiden haben ihre Plätze dahinter, wo sie die Liste abhaken und dem Kollegen am ‚Frontoffice‘ die Stimmzettel herüberreichen.“ Dann machen sich die Wähler auf ihren Rundgang, der sie nacheinander zur Wahlkabine, zur Urne und zum Ausgang leitet.

Umfangreiche Vorgaben

Das NRW-Innenministerium hat den Kommunen für die Wahl umfangreiche Vorgaben und Empfehlungen an die Hand gegeben. So muss der Mindestabstand von 1,50 Metern eingehalten und der Raum regelmäßig gelüftet werden. Außerdem sollen die Wähler möglichst einen eigenen Stift mitbringen, Laufwege sollen markiert und gegebenenfalls Spuckschutzwände errichtet werden. Viele Details müssen aber die Kommunen selber ausgestalten.

Die Stadt Köln zum Beispiel stattet alle Wahlhelfer mit Gesichtsvisieren aus und nutzt als Wahlräume dieses Mal weder Seniorenheime noch Kindertagesstätten. An den Wahlräumen und den Briefwahlzentren soll es ein Einlassmanagement geben, damit sich nicht zu viele Wähler gleichzeitig dort aufhalten.

Kulis desinfizieren

In Bochum bekommen die Wähler nach Angaben der Stadt mit den Stimmzetteln auch Kugelschreiber ausgehändigt. Bei der Abgabe der Stimmzettel sollen sie die Stifte zurückgeben – sie würden dann desinfiziert, ehe sie erneut ausgegeben werden.

Die Stadt Duisburg empfiehlt ihren Wahlhelfern beim Kontakt mit Dokumenten der Wähler – etwa Ausweis oder Wahlbenachrichtigung - das Tragen von Einmalhandschuhen. In Duisburg müssen die Wähler einen Mund-Nasen-Schutz tragen, während dies unter anderem im Kreis Gütersloh lediglich empfohlen wird.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7536586?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516079%2F
Hart, aber unvermeidbar
Auch im Sport gelten von Montag an extreme Einschränkungen. Foto: Klaus Münstermann
Nachrichten-Ticker