CDU-Amtsinhaber geht in seine fünfte Amtszeit – drei Stichwahlen im Altkreis Halle
Adenauer bleibt Landrat im Kreis Gütersloh

Gütersloh (WB). Amtsinhaber Sven-Georg Adenauer (CDU) geht in seine fünfte Amtszeit als Landrat des Kreises Gütersloh. Trotz Kritik im Zusammenhang mit dem Corona-Ausbruch bei Tönnies und dem Teil-Lockdown im Kreis holte der 60-Jährige im ersten Wahlgang mit 54,4 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit.

Montag, 14.09.2020, 00:33 Uhr aktualisiert: 14.09.2020, 07:58 Uhr
Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU). Foto: dpa
Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU). Foto: dpa

SPD-Herausforderin Marion Weike kam auf 36,1 Prozent. Moni Vorberg, Kandidatin der Satire-Partei „Die Partei“, holte 9,5 Prozent.

Adenauer setzte sich in einem von der SPD mit harten Bandagen geführten Wahlkampf durch. Zuletzt hatten Plakate der SPD-Nachwuchsorganisation Jusos für Ärger und auch polizeiliche und staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gesorgt . Die Jusos hatten über Wahlplakate von Adenauer Banner mit dem Schriftzug: „Präsentiert von Clemens Tönnies“ gehängt – sie unterstellten dem Landrat eine große Nähe zum Fleischunternehmer aus Rheda-Wiedenbrück.

Gegenüber der Wahl 2014 musste Adenauer nun spürbare Verluste hinnehmen. Damals hatte der CDU-Mann noch 61,7 Prozent der Stimmen geholt. Für Adenauer war es das zweitschlechteste Wahlergebnis als Landrat des Kreises Gütersloh. Bei seiner ersten Wahl 1999 kam er auf 54,1 Prozent der Stimmen.

Adenauer hatte das „Ergebnis so erwartet“, er sei aber„ sehr glücklich“. In der Corona-Krise habe er den Kindern und Eltern mit der Schließung von Schulen und Kitas viel zumuten müssen. Gleiches gelte auch für Landwirte wegen der Schließung des Tönnies-Stammwerks in Rheda-Wiedenbrück. Das Ergebnis von „Die Partei“-Kandidatin Moni Vorberg habe ihn „überrascht“. Er vermutet, dass sie von Protestwählern profitierte. Genau analysieren könne man dies aber erst in den nächsten Tagen.

Adenauer lag in allen Kommunen des Kreises vorne – mit zwei Ausnahmen. Weike holte in Werther, wo sie bislang als Bürgermeisterin amtierte, 50,7 Prozent. Im benachbarten Borgholzhausen lag die SPD-Kandidatin mit 45 Prozent vorne.

Mettenborg bleibt Bürgermeister in Rheda-Wiedenbrück

In Rheda-Wiedenbrück wurde trotz der Turbulenzen um Tönnies auch Bürgermeister Theo Mettenborg (CDU) im Amt bestätigt. Er kam auf 61,2 Prozent der Stimmen – ein Minus von 7,2 Prozent zur vorangegangenen Wahl.

Möglicher Machtwechsel in Halle

Derweil zeichnet sich in Halle ein Wechsel im Rathaus ab. Nach dem Rückzug von SPD-Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann nach 18 Jahren hat CDU-Kandidat Thomas Tappe in der Stichwahl gute Chancen auf den Posten. Er kam im ersten Wahlgang auf 44,5 Prozent der Stimmen. In einem Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz zwei setzte sich Edda Sommer (SPD) knapp mit 28,2 Prozent gegen die Grünen-Kandidatin Dr. Kirsten Witte (27,4 Prozent) durch. Am Ende lag Sommer mit 2821 Stimmen um 78 Stimmen vor Witte.

In Steinhagen schickt sich derweil SPD-Kandidatin Sarah Süß an, die Nachfolge ihres Parteifreundes Klaus Besser anzutreten, der nach 26 Amtsjahren nicht mehr antrat. Süß holte 45,7 Prozent. In der Stichwahl tritt sie gegen Hans-Heino Bante-Ortega (CDU) an, der auf 30,8 Prozent kam.

Auch in Werther, wo Marion Weike nach 21 Jahren als Bürgermeisterin nicht wieder antrat, kommt es zur Stichwahl . Veith Lemmen (SPD) lag im ersten Wahlgang mit 35,7 Prozent vor Johannes Decius (23,9 Prozent) von der UWG.

Kontinuität in Versmold und Borgholzhausen

In Borgholzhausen bleibt SPD-Bürgermeister Dirk Speckmann im Amt. Er kam auf 68,1 Prozent bei 31,9 Prozent Nein-Stimmen. 2015 hatte Speckmann noch 75,9 Prozent geholt.

Kräftige Zugewinne verbuchte derweil Versmolds Bürgermeister Michael Meyer-Hermann. 65,5 Prozent bedeuteten eine Verbesserung um 11,5 Punkte gegenüber der Wahl 2014, bei der Meyer-Hermann ins Amt kam.

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