Gütersloh
272 Schüler im Distanzunterricht

Gütersloh (rebo/sib) - Am Städtischen Gymnasium ist eine Schülerin der Oberstufe positiv auf das Coronavirus getestet worden. 82 Schüler des Jahrgangs zwölf müssen für mindestens sieben Tage in häusliche Quarantäne. Das hat das Gesundheitsamt des Kreises Gütersloh angeordnet.

Freitag, 18.09.2020, 13:26 Uhr aktualisiert: 18.09.2020, 17:46 Uhr

Weitere 190 Schüler der Stufe elf sollen zunächst bis Mittwoch nicht zum Präsenzunterricht erscheinen. Für die Schüler bedeutet das erneut: Distanzunterricht von zu Hause aus. 

Schüler fahren durch Drive-Through-Teststation

Schulleiter Axel Rotthaus informierte am Freitagmittag über die Infektion und die daraus folgenden Maßnahmen. In häusliche Quarantäne müssten die Schüler, die gemeinsam Kurse mit der infizierten jungen Frau besucht hätten. 

Insgesamt würden 170 Schüler in der Jahrgangsstufe Q 2 unterrichtet. Am Freitagnachmittag wurde auf dem Gelände des Gymnasiums eine Drive-Through-Teststation eingerichtet. Dort wurden die 82 Schüler auf eine mögliche Infektion mit Covid-19 getestet. 

Eltern und ältere Freunde helfen

Und das mit einer engen Taktung: Von 10 Schülern pro 15 Minuten sollte ein Rachenabstrich gemacht werden, erläuterte die stellvertretende Schulleiterin Britta Jünemann. 

Ein Problem: Viele der jungen Menschen hätten noch keinen Führerschein. Dementsprechend saßen einige von ihnen auf dem Beifahrersitz, während ihre Eltern oder ältere Freunde das Fahrzeug steuerten. 

Quarantäne-Regelung gilt nicht für Lehrer

Und warum eine Drive-Through-Station? Darüber gab Axel Rotthaus Aufschluss: „Theoretisch könnten die jungen Menschen ja infiziert sein. Dementsprechend ergibt es Sinn, dass sie sich im Fahrzeug aufhalten.“ 

Getestet wurden auch die Lehrer, die die Schülerin im Lauf der Woche unterrichtet haben. Die Quarantäne-Regelung gelte für sie zunächst nicht, weil sie im Unterricht einen größeren Abstand als ihre Mitschüler hätten einhalten können, erläuterte Rotthaus. 

Kein signifikant erhöhtes Infektionsrisiko

Die 190 Schüler der Klasse elf sollen vorsorglich zunächst bis Mittwoch zu Hause bleiben. Einige von ihnen hätten sich ebenfalls auf Covid-19 testen lassen, weil sie befürchteten, sich möglicherweise auf ähnlichem Weg infiziert zu haben, wie die Schülerin, bei der das Testergebnis positiv ausgefallen sei, so Rotthaus. 

Für die anderen Schüler soll in der kommenden Woche regulärer Unterricht stattfinden. Für sie bestehe kein signifikant erhöhtes Infektionsrisiko, betonte Rotthaus. Die Schule stehe in ständigem Kontakt mit dem Gesundheitsamt und dem Fachbereich Schule und Jugend.

Bei der Schülerin handelt es sich nicht um eine Reiserückkehrerin

Am Dienstag hatte das Gesundheitsamt das Gymnasium über den positiven Test der Schülerin informiert. Konkrete Maßnahmen ergriff die Schule am Mittwoch mit der Anordnung von Distanzunterricht. Bei der Schülerin handele es sich nicht um eine Reiserückkehrerin, sagte Rotthaus. Sie habe sich auf Eigeninitiative testen lassen.

Die Q2 des Städtischen Gymnasiums geht angesichts der aktuellen Situation zum dritten Mal in Quarantäne – beim ersten Mal wegen der coronabedingten Schulschließung überhaupt und beim zweiten wegen des Massenausbruchs bei Tönnies. 

Konzept lag bereits fertig in der Schublade

Dementsprechend sollten die jungen Menschen Erfahrung mit Distanzunterricht haben. „Wir hatten ein Konzept vorbereitet für den Fall, dass sich eine Infektion in der Schülerschaft ergibt. Wir sind gut vorbereitet“, sagte Britta Jünemann. Die Unterrichtsstunden könnten – bedingt – in Form von Videokonferenzen abgehalten werden. Der Zeitplan dafür orientiere sich an den Vor-Ort-Schulstunden. 

Ob die Quarantäne der 82 Schüler im Kontaktkreis der Infizierten auf mehr als sieben Tage verlängert wird, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Für Mittwoch hatte das Kreisgesundheitsamt ausschließlich Tests für die Kontaktpersonen der betroffenen Schülerin angeordnet. 

Relevanz geht nicht über eigentlichen Ausbruch hinaus

Ob freiwillige Tests für einen weiteren Bekanntenkreis folgen sollen, wisse er nicht, sagte Schulleiter Axel Rottmann. Kreis-Pressesprecher Jan Focken sagte, zu dem konkreten Corona-Fall wolle er sich nicht äußern. Dafür gebe es erst einen Grund, wenn es eine Relevanz über den eigentlichen Ausbruch hinaus gebe.

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