Gütersloh
Polizei löst Ansammlung auf Parkplatz auf

Gütersloh (din) - Wie erst jetzt bekannt geworden ist, hat es am 22. Dezember in Avenwedde-Bahnhof einen groben Verstoß gegen Corona-Auflagen gegeben. Auf dem Parkplatz im Winkel von Friedrichsdorfer und Albertus-Magnus-Straße hatten sich an die 20 Menschen aufgehalten.

Mittwoch, 06.01.2021, 18:57 Uhr aktualisiert: 06.01.2021, 19:46 Uhr
Auf diesem Parkplatz an der Friedrichsdorfer und Albertus-Magnus-Straße soll sich der Vorfall abgespielt haben.
Auf diesem Parkplatz an der Friedrichsdorfer und Albertus-Magnus-Straße soll sich der Vorfall abgespielt haben.

Ein Zeuge informierte um 20.20 Uhr die Polizei, wie deren Sprecherin Katharina Felsch bestätigte. Die Polizei sei mit mehreren Fahrzeugen nach Avenwedde-Bahnhof geeilt. Dort seien die Personalien festgestellt und Anzeigen wegen des Verstoßes gegen die Coronaschutzverordnung geschrieben worden. Damals durften sich nur bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten treffen.

Eine Person habe eine Schreckschusswaffe dabei gehabt. Sie sei sichergestellt und es sei ein Verfahren eingeleitet worden, so Felsch. Außerdem habe man Pfefferspray gefunden. Ein Mann habe in einem Polizeiwagen in Gewahrsam ausharren müssen. Anschließend seien Platzverweise ausgesprochen und die Beteiligten nach Hause geschickt worden.

Nähere Angaben zu den Personen machte die Polizeisprecherin nicht. Eine Pressemitteilung zu dem Vorfall habe es nicht gegeben, weil es immer wieder Verstöße gegen Corona-Auflagen gebe.

In einem Medienbericht erklärte einer der Betroffenen jetzt, einem 18-Jährigen sei bei dem Polizei-Einsatz die Elle eines Arms gebrochen worden. Die Verletzung sei am nächsten Tag im Klinikum Gütersloh festgestellt worden. Außerdem wird ein rüdes Vorgehen der Polizeibeamten bemängelt. Die Polizeisprecherin erklärte dazu, man habe selbst keine Kenntnis von den Vorwürfen und es liege – Stand Mittwochmittag – keine Anzeige vor.

Die CDU Avenwedde-Friedrichsdorf sah sich zu einer Stellungnahme veranlasst. Sie stellt sich hinter die Polizei und formuliert die Frage, „warum die Polizei nicht mit aller Konsequenz durchgreifen sollte, wenn sie sich mit besonders aggressivem und respektlosem Verhalten konfrontiert sieht und sich bei Durchsuchungen dazu noch herausstellt, dass Waffen mitgeführt wurden“? Der Vorsitzende Daniel Helmig: „Offensichtlich hat sich hier nicht die Großmutter mit Ihren Enkeln zum Einkaufen getroffen, sondern hier wurde eine bewusste Verabredung getroffen, um eine Familienfehde auszutragen. Würde sich jeder in dieser Gesellschaft an Recht und Ordnung halten und sich benehmen, würden solche Polizeieinsätze überflüssig.“

Gegenüber dem CDU-Ortsverband seien in der Vergangenheit immer wieder Befürchtungen geäußert und Beobachtungen geschildert worden, Avenwedde-Bahnhof könne sich im Umfeld der Wohnblocks zwischen Friedrichsdorfer und Güthstraße zu einem Kriminalitätsschwerpunkt entwickeln. Durch eine „hervorragende Arbeit des Polizeibezirksdienstes“ und der Träger der Jugendarbeit sei es gelungen, Problemlagen im Ortsteil in den Griff zu bekommen. „Das darf unter keinen Umständen gefährdet werden“, erklärt Vorstand und Ratsherr Andreas Heine.

Die Polizisten verdienten Respekt, heißt es weiter. Es sei aber auch richtig, dass in einem Rechtsstaat jeder Bürger die Möglichkeit habe, Rechtsmittel einzulegen und die Verhältnismäßigkeit von Maßnahmen prüfen zu lassen.

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