Gütersloh
Kurzfristige Sanierung ausgeschlossen

Gütersloh (din) - Der Kreis Gütersloh sieht keine Möglichkeit für eine kurzfristige Sanierung der ehemaligen Deponie an der Avenwedder Straße vor dem Kreisverkehr vor Friedrichsdorf. Mit dieser Auskunft reagiert der Landrat auf eine Anregung der Bürgerinitiative Energiewende Gütersloh.

Donnerstag, 14.01.2021, 19:20 Uhr aktualisiert: 14.01.2021, 19:46 Uhr

Auf dieser Fläche
an der Avenwedder Straße liegt eine alte Deponie verborgen. Die Stadtwerke wollten dort eine Photovoltaikanlage errichten. Das ist jedoch erst nach einer Sanierung möglich.
Auf dieser Fläche an der Avenwedder Straße liegt eine alte Deponie verborgen. Die Stadtwerke wollten dort eine Photovoltaikanlage errichten. Das ist jedoch erst nach einer Sanierung möglich.

Sie hatte sich gewünscht, die Sanierung der Deponie zügig zu betreiben, um dort doch noch eine großflächige Photovoltaikanlage installieren zu können, wie es die Stadtwerke Gütersloh Anfang 2020 noch geplant hatten.

Vorhaben bis zur Sanierungsplanung auf Eis gelegt

Das Vorhaben war wegen abfallrechtlicher Bedenken der unteren Bodenschutzbehörde des Kreises abgelehnt und damit so lange auf Eis gelegt worden, bis eine Sanierungsplanung aufgestellt wird. Der Kreis begrüße und unterstütze Maßnahmen zur regenerativen Energieerzeugung, heißt es in einer von Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) unterzeichneten Vorlage für den Kreisumweltausschuss am 2. Februar und den Kreisausschuss am 22. Februar.

Das treffe auch auf Deponiestandorte zu. Allerdings lasse sich eine kurzfristige Sanierung der Deponie nicht umsetzen.

Hydrologisches Gutachten steht noch aus

Als nächster Schritt sei eine Sanierungsuntersuchung einschließlich eines hydrologischen Gutachtens von der Stadt zu beauftragen. „Dieser Schritt steht noch aus und selbst die Beauftragung ist nicht kurzfristig absehbar“, heißt es in der Beschlussvorlage, mit der die Anregung abgewiesen werden soll.

Bereits in seiner Stellungnahme zur geplanten Änderung des Flächennutzungsplans hatte die Abteilung Umwelt des Kreises darauf hingewiesen, dass eine Nutzungsänderung nur nach einer endgültigen Stilllegung der Deponie möglich wäre und dafür ein Sanierungskonzept vorliege. Abhängig von der Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen könne eine Photovoltaikanlage allerdings „in die Planung der abschließenden Rekultivierung einbezogen werden“.

8000 Quadratmeter Fläche kommen für Stadtwerke in Frage

Das Gelände umfasst insgesamt gut einen Hektar. Davon sollten laut einer Projektbeschreibung der Stadtwerke Gütersloh etwa 8000 Quadratmeter für die Anlage infrage kommen.

Dort ließen sich etwa 2500 Module mit einer Leistung von „etwas unter 750 kWp“ (Kilowatt-Peak) installieren, hieß es vor einem Jahr. Der Jahresertrag an Strom würde sich nach einer ersten Kalkulation auf rund 700 Megawattstunden (MWh) belaufen. Das würde den Angaben zufolge reichen, um den Jahresverbrauch von etwa 200 Vier-Personen-Haushalten zu decken.

„Im gesellschaftlichen und klimapolitischen Interesse“

Im Sommer hatte die Stadt mitgeteilt, die Planungen würden nach der Absage des Kreises eingestellt. Die Bürgerinitiative Energiewende hatte in ihrem Antrag erklärt: „Strom aus erneuerbaren Energien verringert die CO2-Emissionen und verlangsamt die Erderwärmung. Für uns ist die kurzfristige Umsetzung dieser PV-Anlage im gesellschaftlichen und klimapolitischen Interesse.“

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