Gütersloh
Bustickets für alle Schüler gefordert

Gütersloh (rebo) - Die Stadt Gütersloh will nicht ungeprüft ein Schülerticket für alle Schüler einführen. Zu teuer, lautet das Argument der Verwaltung. Und vor allem sei nicht sicher, ob auch alle Schüler das Ticket nutzten und damit der ÖPNV attraktiver werde sowie Elternfahrten mit dem Auto wegfielen.

Donnerstag, 04.03.2021, 21:10 Uhr aktualisiert: 04.03.2021, 21:46 Uhr
Schüler in Gütersloh sollen kostenlos mit den Bussen fahren dürfen. Dafür setzen sich SPD und CDU in zwei Anträgen ein. Während die Sozialdemokraten gern das Westfalen-Ticket nutzen wollen, möchten sich die Christdemokraten zunächst auf Busse der Stadtbus GmbH beschränken. 
Schüler in Gütersloh sollen kostenlos mit den Bussen fahren dürfen. Dafür setzen sich SPD und CDU in zwei Anträgen ein. Während die Sozialdemokraten gern das Westfalen-Ticket nutzen wollen, möchten sich die Christdemokraten zunächst auf Busse der Stadtbus GmbH beschränken. 

Die SPD-Fraktion hatte den Antrag gestellt, für alle Schüler der weiterführenden Schulen ein Schülerticket einzuführen. Und zwar sollte es das Solidarmodell des Schülertickets Westfalen sein. Dabei übernimmt der Schulträger – also die Stadt Gütersloh – sämtliche Kosten für die Fahrkarten. 

Die städtischen Ausgaben für den Schülerverkehr stiegen damit deutlich an, heißt es in der Beschlussvorlage für den Mobilitätsausschuss (Sitzung am 11. März). Zusätzliche Ausgaben in Höhe von 764 000 Euro fielen an. Die Fahrradpauschale, die derzeit noch an Familien gezahlt werde, wenn ein Schüler auf das kostenlose Ticket verzichte, falle dann zwar weg. Dadurch würden rund 80 000 Euro gespart. Trotzdem stiegen die Ausgaben für die Abwicklung des Schülerverkehrs von derzeit etwa 1,35 Millionen Euro auf künftig rund 2,2 Millionen Euro. 

Ergänzend dazu hat auch die CDU-Fraktion einen Antrag gestellt. Statt des Westfalen-Tickets sollen die Kinder und Jugendlichen die Busse der Stadtbus GmbH auf allen Linien und an jedem Wochentag nutzen dürfen. Start soll der 1. Juli 2021 sein und zunächst für ein Jahr gelten. Zu Beginn des Jahres 2022 soll dem Ausschuss ein Zwischenbericht erstattet und eventuell über eine Verlängerung beziehungsweise eine dauerhafte Einrichtung der Maßnahme entschieden.

Das verursache keine Mehrkosten, so die CDU. Denn: Da der von der Stadtbus GmbH durchgeführte Busverkehr nur zu einem Teil durch Ticketverkäufe finanziert werde, müsse mit Steuergeldern der Betriebsverlust ausgeglichen werden. Aktuell sei es so, dass die Stadt für nutzungsberechtigte Schüler die Bustickets kaufe und verteile. Dieser Kauf werde aus Steuereinnahmen getätigt. Mit Einführung des kostenlosen Tickets für alle Schüler entfiele diese Einnahme für die Stadtbus GmbH. Die Mindereinnahme würde eine Erhöhung der Zahlung der Stadt zum Ausgleich des Betriebsverlusts bedeuten. Letztendlich bleibe die Summe der städtischen Zahlungen an die Stadtbus GmbH aber gleich. 

Die Verwaltung schlägt im Mobilitätsausschuss vor, ein Konzept zur Evaluierung der derzeitigen Schulwegverkehre zu erstellen. Damit könnten zunächst Handlungsfelder und Bedarfe ermittelt werden. Anschließend könnte ein Pilotprojekt Schüler-Ticket-Westfalen initiiert werden. Das sollte von der Verwaltung begleitet werden, um Daten zur Nutzung des Tickets zu erhalten.

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