Zuschauerrekord: 1650 Besucher beim 12. Rhythm'n'Blues-Festival
Big Daddy hätte gern noch weiter gespielt

Halle (WB). Man hat richtig Platz geschaffen im Gerry-Weber-Event-Center. Platz für 1700 Menschen, denn das zwölfte Rhythm'n'Blues-Festival hat ein echtes Zugpferd. Und die Rechnung geht auf. 1700 Karten gibt es, 1650 Fans kommen nach Halle, um vor allem Manfred Mann's Earth-Band zu sehen.

Sonntag, 26.10.2014, 17:31 Uhr aktualisiert: 27.10.2014, 16:46 Uhr
Zuschauerrekord: 1650 Besucher beim 12. Rhythm'n'Blues-Festival : Big Daddy hätte gern noch weiter gespielt
Nur selten gibt die ordentlich durchgeschüttelte blonde Lockenmähne den Blick frei auf das Gesicht von Dana Fuchs. Die Amerikanerin glänzt mit ihrer überzeugenden Stimme. Foto: Klaus-Peter Schillig

 

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Big Daddy Wilson. Foto: Schillig

Der Altmeister aus Südafrika, inzwischen 74 Jahre alt, ist auch der Grund, warum Moderator Werner Schulze-Erdel (früher RTL) wie in einer Fernseh-Show aufs Tempo drückt. Denn die Band um den gebürtigen Südafrikaner muss noch in der Nacht von Düsseldorf aus den Flieger nach London nehmen. Das bekommt gleich zu Beginn Big Daddy Wilson zu spüren, der nach den eingeplanten 70 Minuten erst richtig in Spiellaune gekommen ist und liebend gern noch eine Zugabe zum Besten gegeben hätte. Die Zuschauer im um diese Zeit noch nicht gefüllten Saal finden den einfachen, handgemachten Soul, der deutlich auch Blues-Elemente enthält, offenbar richtig gut.

 Wilson, der mit seiner deutschen Frau und Kindern in Bremen lebt, kann den hämmernden Rhythmus ebenso wie wie die sanfte Ballade. Und dominiert wird alles von seiner eindrucksvollen, bassigen Stimme. »Big Daddy«, vor allem auf den Soul- und Blues-Events vor allem in Europa zu Hause, holt für seinen Song »My Baby will come home again« sogar seine One-String-Guitar heraus. Der Titel seiner Zugabe spricht den »Roadies« hinter der Bühne aus der Seele, die schon Füße scharrend auf den Umbau warten: »I'm waiting so long«. Wilson ist übrigens auch vielbeschäftigter Songschreiber, hat für die in Halle ebenfalls bestens bekannte Jesse Martens (2011 und 2013 beim Festival) schon mehrere Titel komponiert.

Stimme – das ist auch eines der Markenzeichen des zweiten Acts in dieser langen Oktobernacht. Dana Fuchs und ihre Band machen bei ihrer Europa-Tour von Norwegen bis in die Schweiz Station in Halle. Die 38-jährige Amerikanerin kokettiert auf der Bühne aber auch mit ihren weiblichen Attributen, mit ihrer Figur, mit dem tief geschnitten Dekolleté und mit der blonden Lockenmähne. Die Männer vorne an der Bühne sind aus dem Häuschen. Die Musik der Amerikanerin kommt, dank der wieder hervorragenden Tontechnik, weiter hinten aber besser rüber. Dana Fuchs hat in einem Musical schon mal die legendäre Rockröhre Janis Joplin gegeben. Man hört es. Und ihre Mitstreiter auf der Bühne beherrschen die gesamte Bandbreite des Blues und Rock. Ein optisches und musikalisches Erlebnis.

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Soulfamily aus Münster

Nach dem Auftritt von Manfred Mann (mehr dazu im gedruckten WESTFALEN-BLATT) muss die Soulfamily aus dem Münsterland die Spannung erst einmal wieder aufbauen. Den meist dunkel gekleideten Herren mit den Sonnenbrillen, ganz im Blues-Brothers-Look, gelingt das aber spielend. Frontmann »Mr. Big Fat Mad Moose« hat stimmlich ausgezeichnete weibliche Verstärkung und bringt mit den Hits von Aretha Franklin, den Blues-Brothers, Otis Redding oder Marvin Gaye (»I heard it through the Grapewine«) beste Partystimmung in den Saal.

Die Pausen nutzen viele Besucher, um im Foyer von guter Musik und Fahrspaß zu träumen. Hauptsponsor Bowers & Wilkins präsentiert hier seine High-End-Lautsprecher und -Verstärker, mit einer Gitarre von Duesenberg kann man sich sogar fotografieren lassen. Und mit den ausgestellten Harleys würde manch einer am liebsten sofort losfahren. Direkt bis zum Festival 2015.

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