>

Do., 13.11.2014

Durchfahrverbot: Missverständliche Verkehrsschilder auf der B68 Lkw-Fahrer werden verwirrt

Diese Beschilderung sorgt bei Lkw-Fahrern für Verwirrung. Sie sollen links abbiegen, aber die A33 wird geradeaus angezeigt.

Diese Beschilderung sorgt bei Lkw-Fahrern für Verwirrung. Sie sollen links abbiegen, aber die A33 wird geradeaus angezeigt. Foto: Stefan Küppers

Von Stefan Küppers

Halle (WB). Im Nachgang des katastrophalen Unfalls am Dienstag in Halle, bei dem ein Lkw-Fahrer getötet und ein Haus zerstört wurden, soll die Umleitungsbeschilderung für Lkw verbessert werden. Die derzeitigen Wegweiser für Lkw gelten auch bei der zuständigen Straßenverkehrsbehörde als »missverständlich«.

Zur Unfallursache hat die Polizei am Mittwoch keine neuen Erkenntnisse mitgeteilt. Wie ausführlich berichtet, war ein 69-jähriger Mann aus Hamm, der für eine Spedition aus Münster fuhr, in der Nacht zu Dienstag mit seinem Sattelschlepper auf der B 68 in der Ortsdurchfahrt von Halle in ein Haus gekracht. Der Lkw fing Feuer und setzte auch das Haus in Brand. Vier Bewohner hatten großes Glück und konnten das brennende Haus nahezu unverletzt verlassen.

Nicht nur wegen des Unfalls fragen in Halle Anlieger der B 68, warum trotz Durchfahrtverbot für schwere Lkw immer noch so viele Lastwagen durch den Ort kommen. Auch der verunglückte Lkw hätte nicht durch Halle fahren dürfen, bestätigte die Polizei.

Anlieger kritisieren Beschilderung

Um die Vorgaben des vom Land angeordneten Luftreinhalteplanes zu erfüllen, gilt in Halle seit November ein generelles Durchfahrtverbot für Lkw über 7,5 Tonnen Gewicht in beiden Richtungen. Dafür ist für mehr als fünf Millionen Euro eine neue Südumfahrung Halles freigegeben worden. Doch die Beschilderung, die die Lkw auf den Umweg zwingen soll, wird von B 68-Anliegern kritisiert. So ist etwa am Knotenpunkt Schnatweg in Halle-Künsebeck zwar ein Schild für das Lkw-Durchfahrtsverbot aufgestellt, gleichzeitig sind aber auch Ausnahmeregelungen für Haller Gewerbegebiete vermerkt. Für sichtbare Verwirrung bei ortsunkundigen Lkw-Fahrern aber sorgt an diesem Kreuzungspunkt ein blaues Zusatzschild, das das Ziel »A 33 Osnabrück« geradewegs durch die Haller Innenstadt anzeigt. Für Pkw-Fahrer stimmt diese Anzeige, aber eben nicht mehr für Lkw.

»Das kann missverständlich interpretiert werden«, sagt Wolfgang Hildebrandt, stellvertretender Leiter des Straßenverkehrsamtes des Kreises Gütersloh, dem WESTFALEN-BLATT. Der regionalen Straßenverkehrsbehörde sind nach seiner Darstellung aber die Hände gebunden. Denn für Bundes- und Fernstraßen gebe es ein verbindliches Verzeichnis des Bundesverkehrsministeriums, wo und wie Nah- und Fernziele anzuzeigen sind. Gleichwohl bemühe man sich gemeinsam mit der Polizei, eine verbesserte Beschilderung hinzubekommen, damit den Lkw-Fahrern die Regeln deutlicher werden.

Die Polizei hat in den vergangenen Tagen mehrere Kontrollen in Halle durchgeführt. Doch Verstöße gegen Durchfahrtverbote werden seit der Reform der Strafenkataloge für Verkehrssünder milder geahndet. Heute müssen für die Ordnungswidrigkeit 75 Euro bezahlt werden. Letztes Jahr waren es noch 80 Euro und ein Punkt in der Verkehrssünderkartei.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2873565?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198389%2F2516076%2F