Mehr als 100 Filialen sollen geschlossen werden
Gerry Weber streicht jede zehnte Stelle

Halle/Westfalen (dpa). Der Modekonzern Gerry Weber hat nach einem enttäuschenden Geschäftsjahr ein drastisches Sparprogramm aufgelegt. Jede zehnte Stelle soll laut einer Mitteilung von Freitag wegfallen, mehr als 100 Filialen werden in diesem oder im nächsten Geschäftsjahr geschlossen.

Freitag, 26.02.2016, 09:38 Uhr aktualisiert: 26.02.2016, 14:10 Uhr
Mehr als 100 Filialen sollen geschlossen werden  : Gerry Weber streicht jede zehnte Stelle
Der Vorstand der Gerry Weber International AG (von links): Dr. David Frink, Ralf Weber und Norbert Steinke. Foto: Thomas F. Starke

Die Filialschließungen im In- und Ausland treffen allein 460 Mitarbeiter. Auch in der Verwaltung setzt Gerry Weber den Rotstift an. In der Unternehmenszentrale in Halle (Kreis Gütersloh) sollen rund 200 Stellen und in den Auslandsgesellschaften etwa 50 Stellen wegfallen. Gerry Weber hat insgesamt gut 7000 Mitarbeiter.

Für das bis Ende Oktober laufende Geschäftsjahr rechnen die Ostwestfalen bei einem Umsatzrückgang auf 890 bis 920 (Vorjahr 920,8) Millionen Euro mit einem drastischen Einbruch des Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf 10 bis 20 Millionen Euro. Im abgelaufenen Geschäftsjahr war diese Kennzahl bereits um mehr als ein Viertel auf gut 79 Millionen Euro eingebrochen.

Gerry Weber steckt schon seit Jahren in einer Abwärtsspirale. Vor allem jüngere Kunden kaufen lieber bei der Konkurrenz oder im Internet. Auch das Auftauchen neuer, preisaggressiver Mitspieler macht den etablierten Modeherstellern das Leben schwer.

Konzernchef Ralf Weber hatte  bereits im Januar entschlossenes Gegensteuern angekündigt. »Die seit Sommer 2015 angeschobenen Maßnahmen reichen angesichts der derzeitigen und zukünftigen Herausforderungen nicht aus, um uns für die Zukunft optimal aufzustellen«, betonte der Manager.

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