Vorwürfe wegen Missbrauchs einer 13-Jährigen nicht haltbar
Gericht spricht Flüchtling frei

Halle/Bielefeld (WB/kg). Mit einer überraschenden Wendung ist der Missbrauchs-Prozess am Landgericht Bielefeld zu Ende gegangen: Der afghanische Asylbewerber aus Halle, der sich wegen eines Verhältnisses mit einer Förderschülerin verantworten musste, ist frei gesprochen worden.

Mittwoch, 01.06.2016, 14:34 Uhr aktualisiert: 01.06.2016, 14:37 Uhr
In der Notunterkunft in der Förderschulturnhalle hat auch der freigesprochene Flüchtling gelebt.

Wie diese Zeitung berichtet hat, stand der 25-jährige Flüchtling wegen eines mutmaßlich achtfachen sexuellen Missbrauchs der 13-Jährigen vor Gericht. Zudem warf man ihm vor, zweimal Pornobilder an das Mädchen versendet zu haben. Nach der Aussage der Schülerin in nichtöffentlicher Sitzung erfolgte jedoch ein übereinstimmender Antrag. Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung forderten einen Freispruch, wie Guiskard Eisenberg sagte, der Sprecher des Landgerichts.

Diesem Antrag folgte die 4. Große Jugendschutzkammer unter Vorsitz von Richter Christoph Meiring, obwohl das Verfahren zu dem Fall, der zu Beginn des Jahres hohe Wellen geschlagen hatte, eigentlich fortgesetzt werden sollte und die nächste Sitzung schon terminiert war. Es konnte nicht hinreichend sicher festgestellt werden, dass der Asylbewerber das wahre Alter der Schülerin der Gerhart-Hauptmann-Schule gekannt hat. Denn ihm habe sie zweimal gesagt, dass sie schon 19 sei. Er sei getäuscht worden.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit war die 13-Jährige im Landgericht von ihrer Aussage bei der Polizei abgerückt. Dort hatte sie noch angegeben, ihm wegen Sprachproblemen ihr Alter als Zahl aufs Handy eingetippt zu haben. Die widersprüchlichen Angaben führten schließlich zu dem Antrag auf Freispruch.

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