Di., 13.02.2018

74-jähriger Obdachloser starb unter anderem an schwerem Schädel-Hirn-Trauma Obduktion des getöteten Onkels von TV-Koch Rosin ist abgeschlossen

In seinem Zimmer in der Haller Obachlosenunterkunft Sandforth war der 74-Jährige am 20. Januar so schwer verletzt worden, dass er am 7. Februar seinen Verletzungen erlag.

In seinem Zimmer in der Haller Obachlosenunterkunft Sandforth war der 74-Jährige am 20. Januar so schwer verletzt worden, dass er am 7. Februar seinen Verletzungen erlag. Foto: Hoeltzenbein

Halle (WB/SKü). Die Obduktion des getöteten 74-Jährigen aus Halle hat nach Darstellung der Kriminalpolizei keine grundlegend neuen Erkenntnisse zu dem Verbrechen gebracht. Demnach ist der Rentner infolge massiver Schlagverletzungen gestorben. Der Ve+rstorbene habe ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und auch mehrere innere Verletzungen erlitten. Der Tote ist ein Onkel des bekannte Fernsehkochs Frank Rosin.

Die Verletzungen hatte Heinz T. bereits am 20. Januar in seinem Zimmer in der städtischen Obdachlosenunterkunft in Halle-Sandforth erlitten. Eine Vernehmung des Opfers war der Kriminalpolizei nicht mehr möglich, der Rentner verstarb schließlich am 7. Februar in einem Mindener Krankenhaus. »Die Mordkommission ermittelt weiter in alle Richtungen«, sagte am Montag eine Polizeisprecherin.

Mordkommission ermittelt weiter in alle Richtungen

Bislang hat die Kripo trotz des Einsatzes unter anderem von Spürhunden auch noch keine Tatwaffe gefunden. Wie berichtet, war ein 21-jähriger Mitbewohner von der Kripo zwischenzeitlich festgenommen und einer Haftrichterin vorgeführt worden. Die jedoch setzte den jungen Mann, der bereits für eine körperliche Attacke gegen den Rentner im vergangenen Dezember verantwortlich gewesen sein soll, aufgrund mangelnder Beweislage wieder auf freien Fuß. Die Mordkommission wolle nun auch andere Möglichkeiten prüfen, so die Polizeisprecherin. Der 21-Jährige bestreitet eine Tat.

Nicht die Stadt, sondern die Familie wird sich um die Beerdigung kümmern

Unterdessen hat die Familie des Verstorbenen gegenüber der Stadt Halle bereits vergangenen Freitag erklärt, dass sie sich nunmehr um die Beerdigung kümmern wolle. Das sagte die für die Obdachlosenunterkunft zuständige Fachbereichsleiterin Regina Bresser dieser Zeitung. Bresser war von einem Anwalt kontaktiert worden, der die Interessen der Schwester des Verstorbenen vertritt, die wiederum die Mutter des Fernsehkochs Frank Rosin ist. Ursprünglich wollte die Stadt die Beerdigungskosten übernehmen, weil der Mann seit 2011 in der städtischen Unterkunft Sandforth gelebt hatte. Von den besonderen Verwandschaftsverhältnissen mit der Familie Rosin war der Stadt Halle bis Freitag nichts bekannt.

Pfarrer würdigt das soziale Engagement des Verstorbenen

Wie berichtet, stand der verstorbene Rentner zuletzt unter Betreuung. Für sein persönliches Umfeld in der Unterkunft Sandforth habe er sich als eine Art Hausältester verantwortlich gefühlt, berichtet Regina Bresser. Ergänzend dazu berichtet der Haller Pfarrer Bernd Eimterbäumer, der den Verstorbenen von zahlreichen Besuchen beim sozialen Mittagstisch der evangelischen Kirchengemeinde her kannte, dass dieser eine starke soziale Ader gezeigt habe. »Als die vielen Flüchtlinge kamen, hat er sich gerne um diese gekümmert«, sagt Eimterbäumer.

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