Mittwoch Gerichtsverhandlung – Anwalt kündigt weitere Klagen an
Ex-Trainerin will 290.000 Euro von Tennisprofi Struff

Hamm/Halle (WB). Tennisprofi Jan-Lennard Struff (28) muss sich in den nächsten Tagen eigentlich voll auf den Sport konzentrieren. Schließlich tritt er bei den Gerry Weber Open an. Am Mittwoch streitet er in Hamm jedoch erneut mit seiner Ex-Trainerin vor Gericht – um fast 300.000 Euro.

Sonntag, 17.06.2018, 14:00 Uhr
Jan-Lennard Struff (28), hier bei den Gerry Weber Open im vergangenen Jahr, wird auch bei den heute beginnenden GWO in Halle antreten. Am Mittwochvormittag muss er allerdings wegen der Klage seiner Ex-Trainerin vor Gericht erscheinen. Foto: Sören Voss
Jan-Lennard Struff (28), hier bei den Gerry Weber Open im vergangenen Jahr, wird auch bei den heute beginnenden GWO in Halle antreten. Am Mittwochvormittag muss er allerdings wegen der Klage seiner Ex-Trainerin vor Gericht erscheinen. Foto: Sören Voss

Dabei geht es auch um Geld seines Sponsors Gerry Weber.

Die Vorgeschichte

Die Lipp­städter Tennistrainerin Ute Strakerjahn, heute 57, betreute Struff seit dem Grundschulalter. Nach dem Abitur stieg der gebürtige Warsteiner 2009 ins Profigeschäft ein – mit Strakerjahn als Trainerin. Seit 2012 arbeiteten beide auf der Grundlage eines Vertrages zusammen, nach dem die Lippstädterin bis zu 20 Prozent an den Preis- und Antrittsgeldern des Profis sowie an seinen Einnahmen aus Sponsoring- und Werbeverträgen beteiligt war und so für ihre Vertragsleistungen bezahlt wurde.

Die Zusammenarbeit trug reiche Früchte: 2014 kam Struff in der Weltrangliste unter

Ute Strakerjahn (57, rechts) klagte.

Ute Strakerjahn (57, rechts) klagte. Foto: Burkhart Hoeltzenbein

die Top 50. Er hat bis heute mehr als 3 Millionen US-Dollar Preisgeld erspielt. Nach dem Höhenflug rutschte der Tennisprofi allerdings zunächst in der Weltrangliste ab, fiel aus den Top 100. 2015 beendete Struff, der auch für Blau-Weiß Halle in der Bundesliga antritt, die Zusammenarbeit mit Strakerjahn und einem von ihr hinzugezogenen Trainer. Der gültige Vierjahresvertrag wäre aber erst im Mai 2016 ausgelaufen.

Vertragsauslegung spielt eine besondere Rolle

Jetzt streitet die Tennislehrerin mit Struff darüber, ob er ihr weiteres Geld schuldet. Bei der Auseinandersetzung spielt die Vertragsauslegung eine besondere Rolle. Denn dieser beinhaltete eine Nachwirkungsklausel mit Provisionsbeteiligung: Bis 2022, also sechs Jahre nach Vertragsende, sollte Strakerjahn noch an Struffs Einnahmen beteiligt werden. Mit ihrer Klage verlangt sie jetzt Zahlungen für die Jahre 2013 bis 2016. Nach ihrer Rechnung stehen noch 290.000 Euro aus. Zudem solle der aktuelle Weltranglisten-65. Auskunft über die 2016 erzielten Einkünfte geben.

Das Landgericht Arnsberg gab Strakerjahn im vergangenen Jahr weitgehend Recht: Es verurteilte Struff in erster Instanz zur Zahlung von 246.000 Euro und zur Auskunft über Einnahmen im Jahr 2016. Struffs Anwalt sprach damals von einem »Knebelvertrag«, er legte Berufung ein. Das tat auch Strakerjahn. Sie möchte die eingeklagte Summe jetzt in voller Höhe ausgezahlt bekommen. »Dabei geht es auch um Geld des Sponsors Gerry Weber«, sagt ihr Anwalt Christian Niedzwicki. Von 30.000 Euro des Haller Modeunternehmens stünden ihr etwa 6000 Euro zu, die in der vom Gericht ausgeurteilten Summe noch nicht enthalten seien. Deshalb wird am Mittwoch (11 Uhr) vor dem Oberlandesgericht Hamm erneut verhandelt. Der 12. Zivilsenat hat das persönliche Erscheinen beider Parteien angeordnet.

Weitere Klage eingereicht

Dies wird aber wohl nicht der letzte Prozess in der Auseinandersetzung zwischen Struff und Strakerjahn sein. »Wegen ausstehender Zahlungen aus dem Jahr 2017 haben wir auch Klage eingereicht«, sagt Anwalt Niedzwicki. Dabei gehe es um Forderungen in Höhe von 100.000 Euro, darunter Geld des Sponsors Gerry Weber. Ein Prozess sei allerdings noch nicht terminiert. Für die weiteren Jahre bis zum Auslaufen der Nachwirkungsklausel im Jahr 2022 seien weitere Klagen denkbar, kündigt der Jurist an.

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