So., 29.07.2018

Am Lindenbad nur noch eine Liegewiese: Viele weichen nach Werther aus Wie schön wäre jetzt ein Freibad

Das waren noch Zeiten: Vor dem Neubau des Lindenbades gab es bis 2012 draußen ein Familien-Becken mit Riesenrutsche und Strömungsanlage.

Das waren noch Zeiten: Vor dem Neubau des Lindenbades gab es bis 2012 draußen ein Familien-Becken mit Riesenrutsche und Strömungsanlage. Foto: Archiv

Von Franziska Fischer und Katharina Ernst

Halle/Werther (WB). Schwimmen, toben, Badespaß im Freien – in Werther ohne Probleme möglich. Wer das in Halle sucht, sitzt jedoch auf dem Trockenen. Deshalb kommt etwa die Hälfte der Besucher des Wertheraner Freibades aus Halle.

Zwei Mitarbeiterinnen dieser Zeitung haben sich unter Badegästen in Werther umgehört und haben dabei viele kritische Stimmen eingefangen. Viele möchten nicht mit Namen genannt werden, der Wunsch aber ist einhellig. Die Haller wollen wieder ein Freibad.

2011 Abriss beschlossen

Das hat es bis zum Jahr 2012 auch gegeben. Ganz früher als einfaches Becken, dann in Kombination mit dem Hallenbad als Familien-Spaßbad mit Riesenrutsche und Strömungsanlage. Das Lindenbad aber wurde zum Energiefresser, der Stadtrat beschloss deshalb 2011 einstimmig den Abriss, der Badebetrieb im Freien endet. Wo einst das Freibad war, ist heute nur noch Liegewiese für das neu gebaute Hallenbad.

Wer sich in der Sommerhitze abkühlen will, muss den Weg über den Berg ins nächstgelegene Bad in Werther antreten. Keine zufriedenstellende Alternative. Busse fahren nur stündlich. Und für Kinder, die wohl aktivsten Badegäste, ist die Anfahrt mit dem Fahrrad zu gefährlich und anstrengend.

»Ein kleines Bad würde genügen«

Die Haller wünschen sich ihr eigenes Freibad zurück. Die aktuelle Situation wird als »Sauerei hoch drei« bezeichnet. Zwischen 2004 und 2008 wurde das Lindenbad samt Freibad für 2,44 Millionen Euro modernisiert, der Freibadbetrieb wurde im Jahr 2012 auf Grund zu hoher Instandhaltungskosten eingestellt. Danach entstand ausschließlich ein Neubau des Hallenbades – für weitere 6,5 Millionen Euro. »Das Geld hätte man auch anders investieren können, aber Halle geht ja seine eigenen Wege«, beschwert sich eine Frau.

»Ein kleines Freibad würde den Bürgern genügen, auch ein Kiosk ließe sich ehrenamtlich betreiben. Auf Minimalbasis wäre ein Bad mit Stahlwanne bereits für 500.000 Euro realisierbar«, sagt stellvertretender Bürgermeister Dieter Baars.

Fahrt nach Werther beschwerlich

Vor allem auf Alleinerziehende, Behinderte, Ältere und sozial Schwache sollte mehr Rücksicht genommen werden, weil für sie die Fahrt nach Werther oft nicht möglich ist.

Trotz der schwierigen Situation hinterlässt Werther bei den Besuchern einen positiven Eindruck. Einen günstigen Eintritt und das gute Angebot für Frühschwimmer schätzen die Gäste. Das ändert aber nichts an dem Wunsch der Haller Badegäste nach einem eigenen Freibad: »Das hat es früher schließlich immer gegeben«.

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